Die Konvertiten

Michel Houellebecq karikiert in „Unterwerfung“ Missstände in Gesellschaft und Religion

HouellebecqNicht nur der Sex hat­te für Huys­mans nie­mals die Be­deu­tung, die er ihm un­ter­stell­te, son­dern das­sel­be galt mit Si­cher­heit auch für den Tod, die exis­ten­ti­el­len Ängs­te spiel­ten für ihn kei­ne Rol­le. Was ihn an der be­rühm­ten Kreu­zi­gung von Grü­ne­wald so sehr be­wegt hat­te, war nicht die Dar­stel­lung des To­des­kamp­fes Chris­ti ge­we­sen, son­dern die sei­ner kör­per­li­chen Qua­len, wo­mit Huys­mans auch in die­sem Punkt al­len an­de­ren Men­schen glich, de­nen ihr ei­ge­ner Tod im All­ge­mei­nen mehr oder min­der gleich­gül­tig ist; ih­re ein­zi­ge wirk­li­che Sor­ge be­steht dar­in, der kör­per­li­chen Qual so weit wie mög­lich zu entkommen. (…)

Das ein­zi­ge ech­te The­ma von Huys­mans war das bür­ger­li­che Glück, ein für Jung­ge­sel­len auf schmerz­haf­te Wei­se un­er­reich­ba­res bür­ger­li­ches Glück, …“

Die­se Er­kennt­nis er­langt Fran­çois, der 44jährige Ich-Er­zäh­ler, ge­gen En­de des Ro­mans „Un­ter­wer­fung. Sein Au­tor, Mi­chel Hou­el­le­becq, kri­ti­siert in die­ser ak­tu­el­len Sa­ti­re kol­lek­ti­ve wie in­di­vi­du­el­le Zu­stän­de, die er ent­lang der Ent­wick­lung sei­nes Hel­den erzählt.

Fran­çois, ein agnos­ti­scher Mis­an­throp, hat sich seit sei­ner Dis­ser­ta­ti­on über Jo­r­is-Karl Huys­mans voll­kom­men sei­nem For­schungs­ge­gen­stand ver­schrie­ben. Der fran­zö­si­sche Dan­dy und Li­te­rat dient „Die Kon­ver­ti­ten“ wei­ter­le­sen

Träume im Jardin caché

Erwin Uhrmanns Endzeitroman „ Ich bin die Zukunft“ beeindruckt mit suggestiven Beschreibungen und Gegenwartskunst

uhrmann1

Un­ter die­ser Hit­ze, ist sie schon in den Kno­chen, im Mark, vor der es kaum mehr ei­nen Schutz gibt, kei­nen Kel­ler, kei­nen Ver­schlag, kein Loch, nichts, ver­färbt und ver­wit­tert die Land­schaft, ver­gilbt und ver­kohlt. In den Ge­bir­gen, den Hoch­tä­lern, den Fal­te an Fal­te lie­gen­den Berg­rü­cken, gibt es küh­le Stel­len, gibt es Schutz, na­he den Schnee­fel­dern, an Was­ser­lö­chern, in zwi­schen den Wän­den ge­le­ge­nen Schat­ten­kä­fi­gen, un­ter Über­hän­gen und in Höhlen.”

Dys­to­pien die­nen oft als Mah­ner. Sie über­zeich­nen ak­tu­el­le Ent­wick­lun­gen in Ge­sell­schaft, Po­li­tik und Um­welt. Ti­tel der jüngs­ten Zeit wid­men sich den Ge­fah­ren der Di­gi­ta­li­sie­rung, man den­ke an Da­ve Eg­gers Der Cir­cle, den man durch­aus in der Fol­ge von Or­wells 1984 se­hen könn­te. Doch auch Na­tur­ka­ta­stro­phen oder ex­tra­ter­res­tri­sche Be­dro­hung eig­nen sich her­vor­ra­gend zur Kri­se. Die­ser be­geg­net oft ein Ein­zel­ner, der um sein Über­le­ben in ei­ner Welt kämpft, de­ren in­ne­re und äu­ße­re Res­sour­cen all­mäh­lich zu Grun­de gehen.

Im vor­lie­gen­den neu­en Ro­man des Ös­ter­rei­chers Er­win Uhr­mann mit dem an­schei­nend le­bens­be­ja­hen­den Ti­tel Ich bin die Zu­kunft bahnt sich die Ka­ta­stro­phe erst an. Uhr­mann schil­dert „Träu­me im Jar­din caché“ wei­ter­le­sen

Maria will kein Puppenheim

Stephan Thome erzählt nach Hartmuts Fliehkräfte(n) nun von Marias Gegenspiel

GegenspielDu wirst es nicht hö­ren wol­len, aber in ei­ner Ehe re­det man nicht über das Wich­ti­ge. Man re­det ein­fach, über al­les Mög­li­che. So über­zeugt man sich da­von, dass das, wor­über nicht ge­re­det wird, auch nicht wich­tig sein kann.“

Selbst ei­ne lan­ge Ehe ga­ran­tiert nicht im­mer ei­ne dau­ern­de Be­zie­hung, von ei­ner le­bens­lan­gen Lie­be ganz zu schwei­gen, oft wird sie nicht erst durch den Tod ge­schie­den. Laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt hat sich die Zahl der Tren­nun­gen in sol­chen Ehen in den letz­ten Jahr­zehn­ten mehr als ver­dop­pelt. An­ders als der im Ro­man kol­por­tier­te Witz, das Le­ben als Paar be­gin­ne erst, wenn die Kin­der fort und der Hund tot sind, füh­ren ge­nau die­se Ver­än­de­run­gen oft zum En­de ei­ner Beziehung.

Auch die Ehe in Ste­phan Tho­mes neu­em Ro­man Ge­gen­spiel“ scheint ge­fähr­det. Das Paar, Hart­mut, an die 60, Phi­lo­so­phie­pro­fes­sor in Bonn, und sei­ne Frau Ma­ria le­ben seit ei­nem Jahr in ver­schie­de­nen Städ­ten. Ma­ria übt in „Ma­ria will kein Pup­pen­heim“ wei­ter­le­sen

Buon Viaggio e Bella Giornata con Trenitalia

In „Italien in vollen Zügen“ schildert Tim Parks die Tücken und Freuden der italienischen Eisenbahn

Parks, zügen

INTERCITYSeiZe­roOt­toUGO FOSCOLO! – di-pri­ma-e-se­con­da-clas­se – del­le ore – se­di­ci – e – Ze­ro – cin­que – con­ser­vi­ziod­iris­tor­an­tee­mi­ni­bar – per – VENEZIA SANTA LUCIA! – è in par­ten­za dal bi­na­rio — QUATTORDICI – si fer­ma a – Bre­scia — De­sen­za­no-Pe­sc­hie­ra — Ve­ro­na Por­ta Nuo­va – San Bo­no­facio – Vicen­za – Pa­do­va- eMESTRE! – ca­roz­ze di pri­ma clas­se in set­to­ri – B — E – C.“

Ei­ne der­ar­ti­ge Durch­sa­ge hät­te Mark Twa­ins Be­geis­te­rung für das ita­lie­ni­sche Ei­sen­bahn­we­sen, wel­ches er über die An­ti­ken stell­te, oh­ne Zwei­fel ge­stei­gert. Twa­in hat­te Hu­mor, der für ei­ne Rei­se im ita­lie­ni­schen Schie­nen­netz die bes­te Vor­aus­set­zung ist. Dies be­stä­ti­gen auch mei­ne Er­in­ne­run­gen an Rei­sen im Lie­ge­wa­gen durch die nächt­li­che Po-Ebe­ne oder an un­zäh­li­ge Fahr­ten mit der Cir­cum­ve­su­vi­a­na. Man war auf al­les ge­fasst, Dieb­stäh­le, Ver­spä­tun­gen, War­te­zei­ten, und er­reich­te schließ­lich das Ziel voll in­ter­es­san­ter Beobachtungen.

So war es vor vie­len Jah­ren. Neu­er­dings über­trifft, wie ich un­längst in „Buon Vi­ag­gio e Bel­la Gior­na­ta con Tre­ni­ta­lia“ wei­ter­le­sen

Blinde Brüder

Angharad Price besingt im Roman ihrer Familie das Walisische Idyll

priceMir war ein lan­ges, an Er­fah­rung rei­ches Le­ben be­schie­den, es hat sich über das gan­ze zwan­zigs­te Jahr­hun­dert er­streckt. Ich ha­be die Schlä­ge des Un­glücks zu spü­ren be­kom­men und die Lieb­ko­sun­gen des Glücks. Vie­le dunk­le Stun­den ha­be ich durch­lebt. Aber im­mer wie­der wur­de es hell. Ich ha­be ge­lernt: Ha­ben be­deu­tet Ver­lie­ren. Das ist der Preis.“

Die­ses Re­sü­mee for­mu­liert Re­bec­ca Jo­nes, die Ich-Er­zäh­le­rin in Ang­ha­rad Pri­ces Ro­man, als sich ihr Le­ben sei­nem En­de nä­hert. In Tyny­braich bei Maes­gla­sau in ei­nem Tal von Wales wur­de sie 1905 als äl­tes­te Toch­ter ei­nes Far­mers ge­bo­ren. Sie schil­dert das har­te Le­ben in der Na­tur, be­singt die­se aber hym­nisch. Im Mit­tel­punkt des Ro­mans steht die Fa­mi­lie Jo­nes, Va­ter Evan, Mut­ter Re­bec­ca und die Kin­der Re­bec­ca, Ro­bert, Gruff­ydd, Wil­liam und Le­wis, so­wie de­ren Vor- und Nach­fah­ren. Zu ih­nen zählt auch die Au­torin die­ser Fa­mi­li­en­bio­gra­phie, Ang­ha­rad Pri­ce. Sie ist die Groß­nich­te der Er­zäh­le­rin und Li­te­ra­tur­wis­sen­schaft­le­rin an der wa­li­si­schen Uni­ver­si­tät Ban­gor. Ih­ren Ro­man, der in Wales aus­ge­zeich­net wur­de, nutzt sie als Streit­schrift für die Kul­tur ih­res Landes.

Den­noch ist es ei­ne fik­ti­ve Fa­mi­li­en­chro­nik, die sie ih­re Prot­ago­nis­tin in fünf Ka­pi­teln „Blin­de Brü­der“ wei­ter­le­sen

Ein jeder hinkt für sich allein“

Tod und Trauma prägen Robert Seethalers Roman „Ein ganzes Leben“

SeethalerDer Tod ge­hört zum Le­ben wie der Schim­mel zum Brot“, die­ser Satz fällt im neu­en Ro­man von Ro­bert See­tha­ler, der laut Ti­tel „Ein gan­zes Le­ben“ schil­dern will. Ist dies über­haupt mög­lich auf 154 Sei­ten? Zu­mal die Er­eig­nis­se der von See­tha­ler ge­wähl­ten Hand­lungs­zeit selbst das ab­ge­le­ge­ne Hoch­ge­birgs­tal erreichen.

Dort ver­bringt An­dre­as Eg­ger fast sein gan­zes Le­ben. 1902 kam der Vier­jäh­ri­ge nach dem Tod sei­ner Mut­ter, der Va­ter war längst ab­han­den ge­kom­men, aus der Stadt in die Ob­hut sei­nes On­kels. Der wohl­ha­ben­de Berg­bau­er nahm ihn als her­an­wach­sen­de bil­li­ge Ar­beits­kraft auf, ver­sorg­te ihn mehr schlecht als recht und ließ an dem Kind sei­ne sa­dis­ti­schen Nei­gun­gen aus. Die Miss­hand­lun­gen, an die ihn sein hin­ken­des Bein im­mer er­in­nern wird, er­trägt Eg­ger so lan­ge bis er stark ge­nug ist sich zur Wehr zu setz­ten. Er ver­lässt den Hof, ge­ra­de 16 Jah­re alt, bleibt aber im Dorf und ver­dingt sich als Hilfs­knecht. Spä­ter fin­det er sein Aus­kom­men beim Berg­bahn­bau. Als Orts­kun­di­ger er­schließt er den un­zu­gäng­li­chen Fels. Mit 29 Jah­ren kann er sich ein klei­nes Grund­stück am obe­ren Orts­rand leis­ten, wo er ei­ne Hüt­te baut.

Es wun­dert, daß Eg­ger in die­sem Dorf bleibt, das ihn we­der will­kom­men heißt noch auf­nimmt. Sein kar­ges Da­sein hellt sich auf als er die Hilfs­kell­ne­rin Ma­rie hei­ra­tet. Doch ei­ne La­wi­ne nimmt Ein je­der hinkt für sich al­lein““ wei­ter­le­sen

Auf eine Zigarre mit Schlemihl

In seinem neuen Roman Pfaueninsel hinterfragt Thomas Hettche die Exotik des Anderen

pfaueninselIch wer­de mir mei­ne Sie­ben­mei­len­stie­fel un­ter­schnal­len und nach Grie­chen­land rei­sen. Tun Sie mir den Ge­fal­len und rau­chen in mei­ner Ab­we­sen­heit kei­nen tür­ki­schen Tabak?“
„Am liebs­ten“, sag­te sie, „kä­me ich mit.“
„Aber Ma­de­moi­sel­le!“ pro­tes­tier­te Schle­mihl lä­chelnd, „Ihr Platz ist doch hier.“
„Und wes­halb?“ ent­geg­ne­te sie. „Weil ich ein Mons­ter bin? Ein­ge­sperrt auf die­ser In­sel für mein gan­zes Leben?“
„Ein Mons­ter?“ Schle­mihl sah sie ent­setzt an. „Wer sagt das?“
Ma­rie schüt­tel­te den Kopf. Es war ihr pein­lich, das Wort aus­ge­spro­chen zu ha­ben. Daß Schle­mihl sie nun schon wie­der ver­ließ, in die Welt hin­aus­zog, die sie nie­mals se­hen wür­de, hat­te sie aufgewühlt.

Was de­fi­niert den His­to­ri­schen Ro­man? Daß sei­ne Hand­lung in der Ver­gan­gen­heit spielt, fer­ne Or­te und Er­eig­nis­se in un­se­rer Phan­ta­sie er­neut zum Le­ben er­weckt? Da­mit es die­ser nicht zu fad wird, set­zen die tri­via­len Ver­tre­ter die­ses Gen­res ger­ne auf Sex&Crime. Mord und Tot­schlag meist als Fol­gen krie­ge­ri­scher Aus­ein­an­der­set­zung zäh­len zum Tag­werk, schwie­ri­ge Ge­bur­ten wie schlim­me Schick­sa­le für Mut­ter und Kind ge­hen auf das Kon­to bar­ba­ri­scher Zu­stän­de. Der­ar­ti­ges webt auch Tho­mas Hett­che in sein ak­tu­el­les Werk Pfau­en­in­sel, al­ler­dings er­füllt er nicht nur li­te­ra­risch hö­he­re An­sprü­che. „Auf ei­ne Zi­gar­re mit Schle­mihl“ wei­ter­le­sen

Krawatten und Kokain

Astrid Rosenfelds Andromeda: Elsa ungeheuer

ElsaZwei Ta­ge vor Hal­lo­ween traf sich un­ser Li­te­ra­tur­kreis. Auf dem Pro­gramm stand El­sa un­ge­heu­er, mich gru­sel­te es ehr­lich ge­sagt schon beim Ti­tel. Was wie ein Kin­der­buch über ein fre­ches Mäd­chen da­her kommt, hat ganz klar auch ein sol­ches zum Vor­bild. Pip­pi Lang­strumpf ist in die­sem Fall aber ein­deu­tig nicht ju­gend­frei und ori­en­tiert sich im for­cier­ten Durch­knall­fak­tor sei­nes Per­so­nals eher an Ir­ving. Wir hö­ren je­doch nicht, wie Garp die Welt sah, son­dern wie El­sa sie sich macht. Na­tür­lich so, und da sind wir doch wie­der bei Lind­gren, wie sie ihr gefällt.

Von der Mut­ter in ei­nem öden Ort bei Ver­wand­ten ab­ge­ge­ben, sucht El­sa sich die Ro­si­nen im Dorf­mist. Das sind Karl und Lo­renz, zwei Brü­der in ih­rem Al­ter, und ein selt­sa­mes Mur­mel­tier ge­ho­be­nen Al­ters, das den Kin­dern durch Gu­te-Bett-Ge­schich­ten „Kra­wat­ten und Ko­ka­in“ wei­ter­le­sen

Les jeux sont faits — Literaturpreise in Österreich und der Schweiz

Literaturpreis Alpha Österreich, Schweizer Buchpreis und Schweizer Literaturpreise

Ges­tern wur­de Eva Men­as­se als dies­jäh­ri­ge Ge­win­ne­rin des Li­te­ra­tur­prei­ses Al­pha be­kannt ge­ge­ben. Die seit 2010 von den Ca­si­nos Aus­tria ver­ge­be­ne Aus­zeich­nung ver­steht sich als För­de­rung für „Au­toren, die noch am An­fang ih­res schöp­fe­ri­schen Wir­kens ste­hen“. Die li­te­ra­ri­schen Nach­wuchs­ta­len­te sol­len höchs­tens drei Ver­öf­fent­li­chun­gen ha­ben, der ein­ge­reich­te Ti­tel in­be­grif­fen, und ent­we­der in Ös­ter­reich le­ben oder die ös­ter­rei­chi­sche Staats­bür­ger­schaft oder ei­nen ös­ter­rei­chi­schen Ver­lag be­sit­zen. Nach den Vor­auswahl, die ei­ne Ju­ry der Bü­che­rei­en Wien durch­führ­te, ent­schied sich die Fach­ju­ry für den Ro­man Quas­i­k­ris­tal­le der in Ber­lin le­ben­den Ös­ter­rei­che­rin Men­as­se. Dies ist we­der über­ra­schend noch ent­spricht es der In­ten­ti­on des Prei­ses. Nach Vi­en­na (2005)und Läss­li­che Tod­sün­den (2009) ist Quas­i­k­ris­tal­le ih­re drit­te li­te­ra­ri­sche Ver­öf­fent­li­chung, für die sie im Jahr 2013 mit dem Ger­ty-Spiess-Preis und dem Hein­rich-Böll-Preis aus­ge­zeich­net wurde.

Mit die­ser Wahl bleibt sich der Al­ph­a­preis treu. Denn auch schon in den Vor­jah­ren wa­ren in den je­wei­li­gen Short­lists ech­te Ent­de­ckun­gen zu ma­chen, die Preis­trä­ger hin­ge­gen wa­ren we­nig überraschend.

Kein Nach­wuchs­preis, son­dern ein na­tio­na­le Aus­zeich­nung will der seit 2008 ver­ge­be­ne „Les jeux sont faits — Li­te­ra­tur­prei­se in Ös­ter­reich und der Schweiz“ wei­ter­le­sen

Vier Arten, den Leser zu langweilen

In „Vier Arten, die Liebe zu vergessen“ besingt Thommie Bayer die Macht der Musik

Thommie BayerWas ist ei­gent­lich gu­te Li­te­ra­tur? Ne­ben Schön­heit in Spra­che und Stil, er­war­te ich ei­ne stim­mi­ge Kon­struk­ti­on und das Feh­len von Kli­schees. Der Au­tor muss mich mit sei­nen Ideen be­geis­tern, mir Neu­es zei­gen, mich bes­ten­falls in­spi­rie­ren, nur ei­nes darf er nicht, mich lang­wei­len. Dies ge­schah mir mit Thom­mie Bay­ers Ro­man Vier Ar­ten, die Lie­be zu ver­ges­sen. Ei­ne Lek­tü­re, die mir un­ser seit nun mehr 10 Jah­ren be­stehen­der bunt­ge­misch­ter Li­te­ra­tur­kreis auferlegte.

So wie der Ro­man vier Ver­su­che der Lie­bes­über­win­dung schil­dert, wer­de ich vier Fak­to­ren auf­zei­gen, die mich am meis­ten an ihm stö­ren. Glaubt mir, es gibt noch mehr.

Wie so oft, um nicht zu sa­gen wie im­mer, fängt al­les am An­fang an, auch wenn in die­sem Fall der An­fang ein En­de ist. Es ist ei­ne Be­er­di­gung, die Tho­mas, Bernd, Wag­ner und Mi­cha­el, ehe­ma­li­ge Schul- und San­ges­freun­de, zusammenführt.

Zu­vor be­glei­tet der Le­ser sie auf der Fahrt, die sich je­der der Re­cken al­lei­ne durch „Vier Ar­ten, den Le­ser zu lang­wei­len“ wei­ter­le­sen