Buon Viaggio e Bella Giornata con Trenitalia

In „Italien in vollen Zügen“ schildert Tim Parks die Tücken und Freuden der italienischen Eisenbahn

Parks, zügen

INTERCITYSeiZeroOttoUGO FOSCOLO! – di-prima-e-seconda-classe – delle ore – sedici – e – Zero – cinque – conserviziodiristoranteeminibar – per – VENEZIA SANTA LUCIA! – è in partenza dal binario — QUATTORDICI – si ferma a – Brescia — Desenzano-Peschiera — Verona Porta Nuova – San Bonofacio – Vicenza – Padova- eMESTRE! – carozze di prima classe in settori – B — E – C.“

Eine derartige Durchsage hätte Mark Twains Begeisterung für das italienische Eisenbahnwesen, welches er über die Antiken stellte, ohne Zweifel gesteigert. Twain hatte Humor, der für eine Reise im italienischen Schienennetz die beste Voraussetzung ist. Dies bestätigen auch meine Erinnerungen an Reisen im Liegewagen durch die nächtliche Po-Ebene oder an unzählige Fahrten mit der Circumvesuviana. Man war auf alles gefasst, Diebstähle, Verspätungen, Wartezeiten, und erreichte schließlich das Ziel voll interessanter Beobachtungen.

So war es vor vielen Jahren. Neuerdings übertrifft, wie ich unlängst in „Buon Viaggio e Bella Giornata con Trenitalia“ weiterlesen

Mücken, Mythen, Mussolini

Antonio Pennacchis „Canale Mussolini” — Oral History als Epos

Was bitte, was sagen Sie? Warum sie dann bis hierher gekommen sind? Ja, wegen dem Hunger, ich bitte Sie, aus welchem Grund denn sonst? Wegen dem Hunger ist einer zu allem bereit (…).

Der Roman, Canale Mussolini, verwandelt sofort. Er macht aus dem Leser einen Zuhörer und versetzt ihn vom Sessel in einen Stall, wo Frauen, Kinder, Männer sich am Abend versammeln. Das anwesende Vieh wärmt, ebenso das Glas Wein, alle lauschen einem Einzigen, der ebenso wie die Frauen einen Faden spinnt, den Filò einer langen Geschichte.

Antonio Pennacchis Epos beginnt vor hundert Jahren und erzählt von Not und Mut der Familie Peruzzi. Kein Geheimnis bleibt den Zuhörern verborgen, denn der Erzähler, selbst ein Mitglied der vielköpfigen Sippe, kennt sie alle. Auch von der besonderen Beziehung der Peruzzi zum Fascio weiß er einiges zu berichten. Da gibt es nichts dran zu rütteln, sie waren Schwarzhemden von Anfang an.

Die alten Peruzzi zeugen 17 Kinder, nichts Ungewöhnliches „Mücken, Mythen, Mussolini“ weiterlesen