Auf eine Zigarre mit Schlemihl

In seinem neuen Roman Pfaueninsel hinterfragt Thomas Hettche die Exotik des Anderen

pfaueninselIch werde mir meine Siebenmeilenstiefel unterschnallen und nach Griechenland reisen. Tun Sie mir den Gefallen und rauchen in meiner Abwesenheit keinen türkischen Tabak?“
„Am liebsten“, sagte sie, „käme ich mit.“
„Aber Mademoiselle!“ protestierte Schlemihl lächelnd, „Ihr Platz ist doch hier.“
„Und weshalb?“ entgegnete sie. „Weil ich ein Monster bin? Eingesperrt auf dieser Insel für mein ganzes Leben?“
„Ein Monster?“ Schlemihl sah sie entsetzt an. „Wer sagt das?“
Marie schüttelte den Kopf. Es war ihr peinlich, das Wort ausgesprochen zu haben. Daß Schlemihl sie nun schon wieder verließ, in die Welt hinauszog, die sie niemals sehen würde, hatte sie aufgewühlt.

Was definiert den Historischen Roman? Daß seine Handlung in der Vergangenheit spielt, ferne Orte und Ereignisse in unserer Phantasie erneut zum Leben erweckt? Damit es dieser nicht zu fad wird, setzen die trivialen Vertreter dieses Genres gerne auf Sex&Crime. Mord und Totschlag meist als Folgen kriegerischer Auseinandersetzung zählen zum Tagwerk, schwierige Geburten wie schlimme Schicksale für Mutter und Kind gehen auf das Konto barbarischer Zustände. Derartiges webt auch Thomas Hettche in sein aktuelles Werk Pfaueninsel, allerdings erfüllt er nicht nur literarisch höhere Ansprüche. „Auf eine Zigarre mit Schlemihl“ weiterlesen

Barbarische Zivilisierung

François Garde erinnert in seinem ersten Roman „Was mit dem weißen Wilden geschah” an einen außergewöhnlichen historischen Fall

GardeIch schaue Narcisse an, der das Meer anschaut. Seit nunmehr vier Monaten verbringen wir gemeinsam unsere Tage. Aus dem einst stummen weißen Wilden, der Furcht einflößte und zugleich verängstigt war, ist ein freundlicher und diskreter Reisegefährte geworden, der keinerlei Aufmerksamkeit erregt.

Und was ist mit mir? Hat mich dieses Abenteuer verändert? Meine Beobachtungen haben einige meiner Gewissheiten erschüttert. Was ist ein Wilder? Und falls Narcisse wirklich durch und durch ein Wilder geworden war, an welchem Tag, zu welcher Stunde wird er wieder ein Mitglied unsere Zivilisation sein? Was lehrt uns seine Lehrzeit über das Lernen? Und wer von uns beiden ist der Lehrling?

Ich habe keine Antwort auf diese Fragen. Ich weiß nur, dass die Geschichte von Narcisse keine schlichte Anekdote ist.“

Ein weißer Wilder muss in der Mitte des 19. Jahrhunderts, zur Handlungszeit des vorliegenden Romans, wie ein Paradoxon geklungen haben. Wilde galten bestenfalls als edel und schön. Viele der so bezeichneten Menschen ferner Regionen wurden wie skurrile Souvenirs ihren Ursprungsländern entrissen und „Barbarische Zivilisierung“ weiterlesen

Mücken, Mythen, Mussolini

Antonio Pennacchis „Canale Mussolini” — Oral History als Epos

Was bitte, was sagen Sie? Warum sie dann bis hierher gekommen sind? Ja, wegen dem Hunger, ich bitte Sie, aus welchem Grund denn sonst? Wegen dem Hunger ist einer zu allem bereit (…).

Der Roman, Canale Mussolini, verwandelt sofort. Er macht aus dem Leser einen Zuhörer und versetzt ihn vom Sessel in einen Stall, wo Frauen, Kinder, Männer sich am Abend versammeln. Das anwesende Vieh wärmt, ebenso das Glas Wein, alle lauschen einem Einzigen, der ebenso wie die Frauen einen Faden spinnt, den Filò einer langen Geschichte.

Antonio Pennacchis Epos beginnt vor hundert Jahren und erzählt von Not und Mut der Familie Peruzzi. Kein Geheimnis bleibt den Zuhörern verborgen, denn der Erzähler, selbst ein Mitglied der vielköpfigen Sippe, kennt sie alle. Auch von der besonderen Beziehung der Peruzzi zum Fascio weiß er einiges zu berichten. Da gibt es nichts dran zu rütteln, sie waren Schwarzhemden von Anfang an.

Die alten Peruzzi zeugen 17 Kinder, nichts Ungewöhnliches „Mücken, Mythen, Mussolini“ weiterlesen

Mittelalterliches Mirakel oder wie Piper mir ein Zeichen sandte

Die Welfenkaiserin“ – Martina Kempffs mittelalterliche Frauenpower

Uuaaaahhhh, zu Beginn hat’s mich ganz gewaltig gegraust. Nicht vor der immer noch als finsteres Mittelalter in den Köpfen herumschwirrenden Epoche, sondern vor dem Historischen Roman, der letzten Leseaufgabe unseres Literatur-Kreises.

Mit der Welfenkaiserin sollte ich nun also ins frühe Mittelalter hinabtauchen genauer an den Hof des Karolingers Ludwigs I., genannt der Fromme. Mir schwante nichts Gutes. Eingeschlagene Köpfe, vergewaltigte Frauen, totgeborene Kinder, meist in dieser Chronologie, aufgelockert von expliziten Gräueltaten und deftigen Sexszenen, sind das Holz aus dem Historische Romane geschnitzt sind. So die Einsichten, die mich längst zurück liegende Leseerfahrungen lehrten. Die Titelgebung weckt zudem Reminiszenzen an Bücher, von denen ich eigentlich überhaupt nichts wissen will.

Nun denn, es ward bestellt und aufgeblättert. Dies jedoch nicht auf der ersten Seite, sondern an einer Stelle, die der Verlag mir markiert hatte. Genau zwischen Seite 116 und 117 lag das als Postkarte getarnte Zeichen an die vorurteilsreiche Historikerin.

Sprachlos blickte der Kaiser auf die nackt vor ihm stehende Frau. Nicht einmal der Schreck über den hohen Leib verhinderte das sofortige Einsetzen seiner Begierde.“

Sprachlos auch ich, Wunder und Zeichen in einem Mittelalterroman, wer hätte das gedacht.

Auch im weiteren Verlauf lagen die Leiber hie und da beieinander, doch die anderen Erscheinungen blieben weitgehend aus. Köpfe wurden diskret abgeschlagen, Folterreien nebenher erledigt, Vergewaltigungen sofort wieder vergessen und schwere Geburten fanden hinter verschlossenen Türen statt. Uffa!

Martina Kempff stellt Judith, die Tochter des Grafen Welf aus dem schwäbischen Altdorf, in den Mittelpunkt ihres Romans. Sie zeichnet das Leben der angehenden Kaiserin von der Brautschau bis zu ihrem Tod. Eine Welfenkaiserin war und wurde sie allerdings nicht, sondern eine Frankenkaiserin oder bestenfalls Karolingerkaiserin. Die Frauengestalten stehen in diesem Roman im Vordergrund. Die politischen Zeitläufte, Ludwigs Ringen um die Einheit des von Karl dem Großen auf ihn gekommenen Großreiches, Verwaltungsreformen und Erbfolgeregelungen eingeschlossen, bilden das Gerüst. In dieses bettet Kempff das Schicksal der jungen, schönen aber oft viel zu modern wirkenden Kaiserin. Nicht die Intrigen um Macht und Gewinn bilden die Essenz dieses Romans sondern das Persönliche. Wie fügte sich die zwar durchsetzungsfähige, aber unerfahrene Frau in die Gefolgschaft des Kaisers? Wie ertrug sie Manipulation, Liebe und Leid?

Diese Rollen als Geliebte und als Mutter sind typische Frauenbilder, die Kempff ihr jedoch in einer viel zu emanzipierten Weise auf den Leib schreibt. Das stört mich und das empfinde ich als ahistorisch. Trotz aller Quellen können wir nicht wissen, wie es damals zugegangen ist in den Kammern und Zelten des Palatiums. Aber Frauen des frühen Mittelalters, die wie toughe Vertreterinnen der Generation Facebook auftreten, wirken unglaubwürdig. Das ist oft das größte Manko des Historischen Romans, dessen Fans gerne die gute Recherche ihrer Autoren anführen.

Diese Autorin hält sich an die Fakten aus Wikipedia und der älteren Sekundärliteratur, die sie als „Quellen“ aufführt. Eine der primären Quellen, der biographische Bericht eines anonymen Verfassers, des sogenannten Astronomus, inspirierte sie wohl jedem Romankapitel eine Chronik voranzustellen. Diese umfasst die Ereignisse einer angegebenen Zeitspanne und setzt so das Geschehen in einen historischen Zusammenhang. Verfasserin dieser auf mittelalt gemachten, aber doch mit modernen Begriffen ausgestatteten Chronik ist eine ebenfalls anonyme Astronoma alias Martina Kempff.

Doch was will mir dieses Buch vermitteln? Lese ich es um mich der historischen Epoche anzunähern? Dem Lebensgefühl „Mittelalter“, oder besser dem, was man landläufig darunter versteht dank der Horden osteuropäischer Schauspielstatisten unter der Fantasie eines gewissen Fernsehhistorikers?

Für mein Empfinden bleiben die Personen des Romans seltsam blass, sie durchleben kaum eine Entwicklung und dienen nur als Figuren um die Illustration des Mittelalters zu bevölkern. Mich haben sie kalt gelassen, so kalt wie zugefrorene Teiche, in die sie äußerst gerne auf metaphorische Weise blicken.

Wem dieser Roman gefallen hat, mag noch „Die Beutefrau“ lesen, der das Leben Gerswinds und damit die Anfänge der Karolingerherrschaft schildert.

Wer wissen möchte, warum Karl der Kahle wirklich so hieß, blicke in „War Karl der Kahle wirklich kahl?“ von Reinhard Lebe.

Wer sich historisch für diese Zeit interessiert, dem sei die Biographie „Ludwig, der Fromme“ des Historikers Egon Boshof empfohlen. Sie setzt sich kritisch, aber gut lesbar mit den zur Verfügung stehenden Quellen und Forschungen zu diesem Karolinger auseinander. Garantiert gut recherchiert.

Wer lieber hören und sehen und nicht lesen möchte, der sei auf die „Einführungsvorlesung Mittelalter“ von Stuart Jenks verwiesen, die dieser an der Universität Erlangen-Nürnberg gehalten hat. Sie ist in der Mediathek der Universität als Audio- und Videodownload abrufbar.

Jenks berichtet fundiert und kurzweilig von der bunten Vielfalt der angeblich so dunklen Zeiten und zieht zudem Vergleiche zu äußerst modernen Vorkommnissen, seien es Banken- oder Fußballkrisen.

Martina Kempff, Die Welfenkaiserin, Piper Verlag, 2009

Die Schatzinsel des Vegetariers

Christian Kracht erzählt vom Imperium der Kokosnuss


„Und hatte er schon vor langem entschieden sich nicht mehr durch Alkohol beseelen zu lassen, so war doch der Erregungszustand, in den er durch die Kokosmilch versetzt wurde, derartig, daß er selbst im Schlaf wahrzunehmen schien, sein Blut werde sukzzesiv durch Kokosmilch ersetzt, ja es war ihm, als ströme durch seine Adern kein roter, tierischer Lebenssaft mehr, sondern der wesentlich hochentwickeltere pflanzliche Most seiner Idealfrucht, der ihn dereinst befähigen werde, seine Evolutionsstufe zu transzendieren.”

Ist dies nun ein Historischer Roman, eine Abenteuergeschichte, eine Referenz an die großen Literaten des vergangenen Jahrhunderts oder eine Persiflage auf die aktuelle literarische Verwurstung des Vegetarismus? Es ist von allem etwas, aber in delikatester Ausführung. So unterhaltsam zu lesen, daß man dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Mir erging es auf jeden Fall so.

Die Geschichte des August Engelhardt, der im frühen 20. Jahrhundert nach Aussteigererfahrungen auf dem Festland, nun in den neu erworbenen Überseegebieten des Deutschen Reiches seine eigene Kokoskolonie gründen wollte, ist historisch bekannt. Die Fakten um diesen vegetarischen Sonnenorden sind derart skurril, daß sie sich als Romanvorlage geradezu anbieten. Als im letzten Jahr „Das Paradies des August Engelhardtvon Marc Buhl erschien, habe ich mich mit großer Vorfreude auf dieses Buch gestürzt und  hatte eine sehr vergnügliche Lektüre. Umso begeisterter war ich in der Frühjahrsvorschau von Kiepenheuer &Witsch den neuen Roman Christian Krachts zu entdecken.

Dass Kracht den gleichen historischen Stoff mit aller dichterischen Freiheit fiktionalisiert, und dies wesentlich stärker als Buhl, steht ihm zu. Er weist den Leser, damit ihm dieses auch vollends bewusst werde, gleich zu Beginn darauf hin. Durch die Stimme seines allwissenden und äußerst kommentarfreudigen Erzählers erfahren wir, daß der Protagonist nicht genau so denkt wie der Autor oder der Erzähler, sondern „so oder so ähnlich“. Wir sind eben in einem Roman und nicht in einer historischen Abhandlungen und das ist ein großes Glück. Erinnert schon die Umschlaggestaltung an einen Abenteuerroman vergangener Jahrzehnte, so fällt der Erzählton noch um weitere Dekaden zurück. Dies jedoch in sehr angenehmer Weise, wissend und damit zwangsläufig äußerst ironisch, denn der Erzähler hat ja bereits aus der Geschichte gelernt, was die Gestalten des Roman erst noch mühevoll selbst erleben müssen.

Kracht führt uns durch die Gralssuche dieses verschrobenen Vegetariers, den er als Exempel für die sich anbahnende deutsche Katastrophe vorstellt. Dies allerdings mit mehr als einem Augenzwinkern. Die Kokosnuss als theosophischer Gral, darauf hätte schon längst einer kommen können. War der Segen des Vegetarismus nicht schon von ganz anderen Geistesmännern erkannt worden? Von Plutarch, Rousseau, Burnett, Schopenhauer, Emerson und Einstein. Dumm nur, daß auch der Gröfaz fleischlos terrorisierte. Dies erscheint als größtes, aber nicht als einziges Menetekel. Die deutschen Pflanzer in den Schutzgebieten, vulgär, fett und beschmiert wie die Erdferkel, verkörpern im besten Klischee das Bild des hässlichen Deutschen.

Wie heilig hebt sich da doch der unschuldige August Engelhardt ab, den der Anblick toten Fleisches erschauern lässt, der sich vom Vegetarier zum Fruktivoren gewandelt, nun die höchste Stufe des Heils den Kokovorismus erlangt. Kein Wunder, daß sogar die einflussreichste Frau des damaligen Südseearchipels, Queen Emma, von diesem „zarten Jesulein“ beeindruckt ist. Erscheint er ihr doch als fleischgewordene Kunst des Fra Angelico. Diese bewunderte sie einst in Florenz, wo sie fast Engelhardt begegnet wäre, der dort in den Boboli-Gärten fast mit Hermann Hesse gesprochen hätte. Dies alles ist natürlich dichterische Freiheit, aber eine sehr amüsante. Weitere fiktive Begegnungen schließen sich an, worunter die mit Thomas Mann in den Dünen der Kurischen Nehrung nicht die Uninteressanteste ist. Doch nicht nur Hesse, Mann, Kafka, Einstein, Freud und vielen anderen Größen des 20. Jahrhunderts wird Referenz erwiesen. Die größte Verbeugung erbietet der Autor Charles Dickens. Die Werke dieses großen Erzählers dienen Engelhardt als Reiselektüre und sie helfen bei der Bildung seines Freitags. Auch der Erzählstil Christian Krachts ist als Hommage an den Dichter-Jubilar zu werten. Leicht antiquiert im Ton ergänzt er das Geschehen durch Erläuterungen der Zeit- und Ortsumstände, erklärt Nebenschicksale und Szenen, ergänzt durch Rück-und Ausblicke. Manchmal fällt auch eine Nebensächlichkeit, die sich transponiert als aktuelle Zeitgeistkritik entpuppt. Seien es nun die sibirischen Händler auf dem Berliner Alexanderplatz oder die Bratwurst aus Abfällen.

Christian Kracht schildert in „Imperium“ den Versuch eines Einzelnen sich ein Idealreich zu errichten und stellt einen Zusammenhang mit einer ähnlich haltlosen, aber ungleich erfolgreicheren Phantasmagorie her. Dies gelingt ihm auf derart intelligente und gleichzeitig unterhaltsame Weise, daß ich das Buch uneingeschränkt als Lektüre empfehlen möchte.

Der Kokovore Engelhardt war vielfach Gegenstand historischer Forschung und journalistischer Berichterstattung. Entsprechende Hinweise und Links finden sich im Anhang meiner Rezension zu Marc Buhls Roman.

Und zum Schluß fragt man sich nicht, ob ein Spiegelrezensent zu viele Kokosnüsse gegessen hat, man fragt sich nur, wann mit einer Verfilmung zu rechnen sein wird? Und wen wir in den Hauptrollen sehen werden? Für Queen Emma stände vielleicht Frau Neubauer zur Verfügung, wenn der Vertrag mit Weight Watchers abgegolten ist. Aber wer verkörpert August Engelhardt, Matthieu Carriere oder Rainer Langhans?

Zur Debatte, die diese Rezension ausgelöst hat, sei auf den kritisch abwägenden Beitrag von Jan Süselbeck auf Literaturkritik verwiesen.

 

LOHAS in der Südsee

In „Das Paradies des August Engelhardt“ erzählt Marc Buhl von Lichtluftmenschen und Sonnenkindern

Die ausschliessliche Kokosnuss-Diät macht unsterblich und vereinigt mit Gott, denn nackter Kokovorismus ist Gottes Wille …”

Als einen Vorläufer des LOHAS könnt man August Engelhardt bezeichnen, denn er praktizierte vor gut hundert Jahren einen sehr substantiellen „Lifestyle of Health and Sustainability“. Wie Engelhardt diesen mit Kokosnuss und Sonnenkult ausfüllte und welche Folgen diese höchst einseitige Diät und das nackte Leben unter brennender Südseesonne für ihn und andere hatte, beschreibt Marc Buhl in seinem neuen Roman auf höchst unterhaltsame Weise.

Es handelt sich um einen historischen Stoff, den Buhl in seinem Roman fiktionalisiert, denn es gab sie wirklich die Kokovoren auf Kabakon, einem kleinen Inselchen der Neu-Lauenburg-Gruppe im damaligen Bismarck-Archipel.

Als Engelhardt mit 27 Jahren zum Südseeinsulaner wird, hat er schon einiges hinter sich. Er erinnert sich an seine Erlebnisse beim Militär, wo er wegen sozialistischer Umtriebe zum LOHAS in der Südsee“ weiterlesen

Alissa Walser, Am Anfang war die Nacht Musik, Teil 3

Mesmer-Rezeption

Der historische Mesmer bildete anscheinend für viele Autoren einen Anreiz sich kreativ mit der Figur auseinander zu setzen. In der Folge ist eine kleine Gruppe von Mesmer-Romanen entstanden. Fast alle behandeln auch die Beziehung zwischen Mesmer und der jungen Paradis.

  1. Toni Rothmund , 
Arzt oder Scharlatan. Ein Mesmer-Roman (
Stuttgart 1951), vergriffen, antiquarisch erhältlich.
  2. „Alissa Walser, Am Anfang war die Nacht Musik, Teil 3“ weiterlesen

Alissa Walser, Am Anfang war die Nacht Musik, Teil 1

Teil 1. Rezension

Dieser Roman spielt im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts in Wien und erzählt basierend auf einer historischen Begebenheit das Zusammentreffen von Franz Anton Mesmer (1734–1815) und Maria Theresia Paradis (1759–1824), der Tochter eines Wiener Hofbeamten. Beide verbindet ihre Berühmtheit. Der Arzt Mesmer macht durch seine Magnettherapie und seiner Abkehr von der hergebrachten Schulmedizin von sich Reden. Maria Theresia Paradis begeistert die Wiener Gesellschaft durch ihr virtuoses Klavierspiel. Vor allem hat sie die Kaiserin von ihrem Talent überzeugt, die der erblindeten Musikerin, eine Leibrente gewährt. Eine nicht unerhebliche Gnade und Einnahme für die Familie, sind doch die Aussichten für die begabte Tochter eine eheliche Verbindung zu finden gering, nicht nur wegen ihrer Blindheit, sondern vor allem wegen ihres Erfolges. „Alissa Walser, Am Anfang war die Nacht Musik, Teil 1“ weiterlesen