Adieu 2013 — Bonjour 2014

Wie­der en­det ein Jahr und hin­ter­lässt das Ge­fühl ei­nes Un­ge­nü­gens, denn mein Proust-Pro­jekt ist nur un­we­sent­lich vor­an ge­schrit­ten.

Et­li­che Neu­erschei­nun­gen, Buch­prei­se und Re­zen­si­ons­ex­em­pla­re sind da­zwi­schen ge­ra­ten. Man­ches er­wies sich als über­flüs­sig und düm­pelt mitt­ler­wei­le in den hin­te­ren Blo­g­rän­gen dem Ver­ges­sen ent­ge­gen.

Eierstab

Doch nicht we­ni­ge Ro­ma­ne ha­ben mich be­ein­druckt, dar­un­ter die Buch­preis­kan­di­da­ten von Ma­ri­on Po­sch­mann, Tho­mas Gla­vi­nic und Nor­bert Gst­rein. Psy­cho­lo­gisch in­ter­es­sier­ten Kunst­lieb­ha­bern mit ei­nem Hang zum Athe­is­mus möch­te ich Sou­ti­nes letz­te Fahrt von Ralph Dut­li emp­feh­len. Al­len, die glau­ben, jen­seits ih­res Po­ten­ti­als in ei­nem öden Pro­vinz­kaff zu ver­schim­meln, Ju­dith Ku­ck­arts Wün­sche.

Be­son­ders be­ein­druckt hat mich Gun­ther Gel­tin­gers poe­ti­scher Ent­wick­lungs- und Selbst­fin­dungs­ro­man Moor. Über­rascht war ich von „Adieu 2013 — Bon­jour 2014“ wei­ter­le­sen

Falling Man falling in Love

Uwe Timm besingt in Vogelweide die postmoderne Minne

Für sie hat­te er sich das Wort Lie­be be­wahrt. Und bei ihr ging es ihm leicht über die Lip­pen, auch jetzt für sich und stumm ge­spro­chen. (…) Das Bild war nicht ver­blasst.“

Lie­be, Schuld, Tod und Er­in­ne­rung sind gro­ße The­men der Li­te­ra­tur, die auch der neue Ro­man Vo­gel­wei­de des 72-jäh­ri­gen Uwe Timm auf­greift. Der durch vie­le Ver­öf­fent­li­chun­gen be­kann­te Au­tor, er­in­nert sei an Die Ent­de­ckung der Cur­ry­wurst, durch Ver­fil­mung und Schul­lek­tü­re po­pu­lär, und an Halb­schat­ten, der his­to­ri­schen Fik­ti­on über die Flie­ge­rin Mar­ga von Etz­dorf. Mit letzt­ge­nann­tem Ti­tel stand er 2010 auf der Lon­g­list des Deut­schen Buch­prei­ses, un­ter den dies­jäh­rig No­mi­nier­ten fin­det sich das vor­lie­gen­de Werk des le­bens­er­fah­re­nen Au­tors.

Ru­hig und ab­ge­klärt als müs­se er vom Le­ben nichts mehr er­war­ten wirkt auch der Prot­ago­nist der Ro­mans. Chris­ti­an Eschen­bach, stu­dier­ter Theo­lo­ge mit bank­rot­ter IT-Fir­ma, lebt seit ei­ni­gen Mo­na­ten als Vo­gel­wart auf der Elb­in­sel Schar­hörn sei­ne selbst­ge­wähl­te Ro­bin­so­na­de. „Fal­ling Man fal­ling in Love“ wei­ter­le­sen

Deutscher Buchpreis 2013 — Shortlist

Shortlistschock

Dies sind die sechs Kan­di­da­ten, die die Vor­ausschei­dung zum Deut­schen Buch­preis 2013 über­stan­den ha­ben. Ih­re Po­si­ti­on auf der Short­list si­chert ih­nen ein Preis­geld von 2500 Eu­ro und die Aus­sicht auf mehr, Ruhm und Eh­re in­klu­si­ve. Aber si­chert es ih­nen auch Er­folg im Buch­han­del? Ich ha­be den Ein­druck, die Ju­ry will in die­sem Jahr ganz be­wusst ge­gen die­ses Ar­gu­ment an­steu­ern und wähl­te kei­nen Kan­di­da­ten, der wie Tell­kamps Turm für leuch­ten­de Buch­händ­ler­au­gen sorgt. Das ver­mö­gen viel­leicht eher mei­ne aus­ge­schie­de­nen Fa­vo­ri­ten, die Ro­ma­ne von Ralph Dut­li, Tho­mas Gla­vi­nic und Nor­bert Gst­rein.

Er­gän­zend zur Short­list fol­gen mei­ne Ant­wor­ten auf die Fra­gen an die Buch­preis­blog­ge­rin­nen aus dem Pro­jekt „5 le­sen 20“.

- Wel­cher Ro­man der Short­list ist Ihr Fa­vo­rit und war­um? „Deut­scher Buch­preis 2013 — Short­list“ wei­ter­le­sen

Literatur versus Religion

Norbert Gstrein erzählt in Eine Ahnung vom Anfang von der Last der Verantwortung

DBLIch hat­te ihm vom ers­ten Schul­jahr an, in dem ich sein Leh­rer war, Bü­cher ge­lie­hen, und wenn man woll­te, fand man dar­un­ter auch Ti­tel, die an­ge­tan wa­ren, ihn für ei­nen nor­ma­len All­tag un­taug­lich zu ma­chen, aber Hun­der­te, Tau­sen­de von Leu­ten lie­ben die­sel­ben Bü­cher und wis­sen da­mit um­zu­ge­hen, füh­len sich je­den­falls nicht auf­ge­ru­fen, das ei­ge­ne Le­ben zu sa­bo­tie­ren, wie er es ge­tan hat.“ S. 45

Bü­cher kön­nen hel­fen, die gro­ßen Sinn­fra­gen zu be­ant­wor­ten, die sich fast je­dem ab Be­ginn der Pu­ber­tät stel­len. Ei­ne Al­ter­na­ti­ve jen­seits der Li­te­ra­tur bie­tet die Re­li­gi­on. Wie ein Gleich­nis über Macht und Ohn­macht die­ser bei­den Ima­gi­na­ti­ons­wel­ten und den Des­il­lu­sio­nie­run­gen, de­nen sie ge­gen­über der Rea­li­tät aus­ge­setzt sind, liest sich Nor­bert Gst­reins Ro­man Ei­ne Ah­nung vom An­fang. Er zeigt auch die Schwie­rig­kei­ten des Er­in­nerns, das im Wunsch Kau­sa­li­tä­ten zu kon­stru­ie­ren, sub­jek­ti­ver In­ter­pre­ta­ti­on und Psy­cho­lo­gi­sie­rung un­ter­liegt.

Gstrein_24334_MR.inddSo er­geht es dem Deutsch- und Ge­schichts­leh­rer An­ton, als er den Be­richt über ei­ne Bom­ben­dro­hung liest und auf dem un­schar­fen Bild der Über­wa­chungs­ka­me­ra ei­nen ehe­ma­li­gen Schü­ler zu er­ken­nen glaubt. Da­ni­el, hy­per­sen­si­bel und hoch­be­gabt, war ihm nicht nur als sehr gu­ter Schü­ler auf­ge­fal­len, son­dern durch ein paar ge­mein­sam ver­brach­te Som­mer­wo­chen ver­traut ge­wor­den. Da­ni­els zö­ger­li­che Ori­en­tie­rung nach dem Ab­itur, sein re­li­giö­ser Tick und sei­ne Schwie­rig­kei­ten mit Frau­en, schei­nen Grund und Fol­ge für Da­ni­els Aus­der­welt­ge­fal­lensein. Doch steckt er auch hin­ter dem an­ge­droh­ten At­ten­tat?

In den drei Tei­len sei­nes Ro­mans schil­dert Gst­rein in at­mo­sphä­ri­scher Spra­che die äu­ße­ren Ge­ge­ben­hei­ten ei­nes ab­ge­le­ge­nen Na­tur­idylls und die in­ne­ren Zu­stän­de von Frei­heit und Re­strik­ti­on. Da­mals im Som­mer ge­noss An­ton die Ein­sam­keit auf ei­nem Müh­len­grund­stück am Fluss. Dort­hin zog er sich zu­rück, an den Nach­mit­ta­gen kurz vor den Som­mer­fe­ri­en, um „Li­te­ra­tur ver­sus Re­li­gi­on“ wei­ter­le­sen

Besessene Sinnsuche

Thomas Glavinic schildert in Das grössere Wunder innere und äussere Extremwelten

DBLWas für ein Ge­fühl, dach­te Jo­nas wäh­rend des Falls. Was für ein Rau­schen, was für ein Ge­ruch, was für ein Leuch­ten, was für ei­ne Kraft, welch Wild­heit, was für ei­ne Prä­zi­si­on, was für ei­ne Er­schüt­te­rung, was für ein Pri­ckeln, was für ei­ne Über­ra­schung, was für ei­ne Mu­sik, was für ein Wind, welch Stolz, wie schön, was für ei­ne Leich­tig­keit, was für ein Wahn­sinn, was für ein Him­mel, was für ei­ne Zeit, was für ei­ne Er­fah­rung, was für ein Le­ben. Und er fiel und fiel und fiel. Und er fiel noch im­mer. Und fiel.“ S. 203

Stel­len Sie sich letz­te Fra­gen und in­ter­es­sie­ren Sie sich für Ex­trem­si­tua­tio­nen, dann le­sen Sie Das grö­ße­re Wun­der, den neu­en Ro­man von Tho­mas Gla­vi­nic. Wie be­reits in Die Ar­beit der Nacht und Das Le­ben der Wün­sche trägt die Haut­pfi­gur den Na­men Jo­nas und denkt über den Sinn sei­ner Exis­tenz nach. Dies­mal be­fin­det er sich auf ei­ner Ex­pe­di­ti­on zum Mount Ever­est.

Glavinic_24332_MR1.inddWer, wie ich, bei ei­ner Acht­tau­sen­der­be­zwin­gung an Rein­hold Mess­ner oder gar an die gams­bär­ti­ge Berg­stei­ger­ro­man­tik ei­nes Lou­is Tren­ker denkt, sieht der Aus­sicht ei­ne sol­che Un­ter­neh­mung gut 500 Sei­ten lang zu be­glei­ten eher skep­tisch ent­ge­gen. Doch er wird po­si­tiv über­rascht wer­den, denn ihn er­war­tet ei­ne span­nen­de Mix­tur aus Gip­fel­stür­me­rei und Ma­fia­ge­ba­ren, Co­m­ing-of-Age-Sto­ry und Phi­lo­so­phie. Die­se ver­ab­reicht Gla­vi­nic sei­nem Le­ser in zwei von Ka­pi­tel zu Ka­pi­tel wech­seln­den Er­zähl­strän­gen, Jo­nas’ Be­stei­gung des Ever­est-Gip­fels und sein bis­he­ri­ges Le­ben, das sei­ne zu­nächst schlim­me Kind­heit, sei­nen Ein­zug ins Schla­raf­fen­land und sein Er­wach­sen­wer­den um­fasst.

Bei­de Er­zäh­lun­gen sind von zahl­rei­chen glück­li­chen Zu­fäl­len, man mag sie auch Wun­der nen­nen, ge­prägt. Hoff­nungs­los er­scheint das Le­ben der ver­nach­läs­sig­ten Zwil­lings­brü­der Jo­nas und Mi­ke bei ih­rer al­ko­hol­kran­ken Mut­ter und de­ren ge­walt­tä­ti­gen Män­nern, als ei­ne gu­te Fee sie aus die­ser Si­tua­ti­on ret­tet. Pic­co ist der Groß­va­ter von Jo­nas” bes­tem Freund Wer­ner, eher ei­nem Ma­fia­pa­ten „Be­ses­se­ne Sinn­su­che“ wei­ter­le­sen

Schatten der Erinnerung

In ihrem neuen Roman Die Sonnenposition erzählt Marion Poschmann auf poetische Weise vom Trauma der Kriegsenkel

DBLDoch lei­det man nicht, hö­re ich mich zu Odi­lo sa­gen, nur all­zu­oft an Er­in­ne­run­gen, die nicht die ei­ge­nen sind? Selt­sa­me Ver­seh­run­gen, die wir auf nichts zu­rück­füh­ren kön­nen, ein wie­der­keh­ren­des Un­be­ha­gen, für das wir ver­geb­lich Grün­de su­chen.“

Son­nen­blu­men, Son­nen­strah­len, Son­nen­auf- und Un­ter­gang, wer vor der Lek­tü­re über die Son­ne as­so­zi­iert, am bes­ten in Form ei­nes strah­len­för­mig an­ge­leg­ten Mind­maps, der ist auf Ma­ri­on Po­sch­manns neu­en Ro­man in zwei­er­lei Hin­sicht vor­be­rei­tet. Zum ei­nen wer­den ihm vie­le sei­ner Fund­stü­cke be­geg­nen, sei­en es all­täg­li­che oder his­to­risch kon­no­tier­te, zum an­de­ren wird er er­ken­nen müs­sen, daß die Poe­tin Po­sch­mann ihm in Wort­schöp­fungs­po­tenz haus­hoch über­le­gen ist. Ken­nen­ler­nen konn­te man den Stil der 1969 Ge­bo­re­nen be­reits in Na­tur­ge­dich­ten, No­vel­len und dem Schwarz­weiß­ro­man.

Ihr jetzt vor­lie­gen­des und für den Deut­schen Buch­preis no­mi­nier­tes Werk trägt den Ti­tel Die Son­nen­po­si­ti­on. Dies ist kei­ne Yo­ga­übung son­dern be­nennt die Stel­lun­gen, die ih­re drei Haupt­fi­gu­ren, al­le­samt jun­ge „früh­zei­tig ver­greis­te“ Er­wach­se­ne, zu­ein­an­der und zu ih­rer Um­welt be­zie­hen. Je­der scheint Fix­stern und Tra­bant zu­gleich.

Den 32-jäh­ri­gen Psych­ia­ter mit dem al­ter­tüm­li­chen Na­men Alt­fried hat es aus der rhei­ni­schen Pro­vinz in ei­ne ost­deut­sche ver­schla­gen. Dort liegt das zur Psych­ia­trie um­funk­tio­nier­te Schloss mit her­ab­stür­zen­den Stuck­son­nen und über­wu­cher­ten Strah­len­bee­ten in rui­nö­sem Zu­stand. Die Pa­ti­en­ten sind meist vom Typ Wen­de­op­fer, „Schat­ten der Er­in­ne­rung“ wei­ter­le­sen

Chaim heißt Leben und das Leben stirbt nicht

Ralph Dutlis eindrucksreicher Künstlerroman Soutines letzte Fahrt

DBLSol sa­jn, as ich boj in der luft ma­j­ne schles­ser.
Sol sa­jn, as ma­jn got is in gan­zen nischt do.
In trojm wet mir la­jch­ter, in trojm wet mir bes­ser,
In trojm is der himl mir blo­jer wi blo.“ S. 87

Man­che Men­schen, die dem To­de na­he wa­ren, be­schrei­ben die über­stan­de­ne Si­tua­ti­on als ei­ne Fahrt ins wei­ße Licht, wäh­rend der Sta­tio­nen ih­res Le­bens in kür­zes­ter Zeit vor­über zie­hen.

Das Ster­ben des jü­di­schen Ma­lers Chaim Sou­ti­ne um­fass­te mehr als die 24 Stun­den des 6. Au­gusts 1943. Ver­steckt in ei­nem schwar­zen Ci­tro­ën Cor­bil­lard, ei­nem Lei­chen­wa­gen, ging an die­sem Tag die Fahrt ab­seits al­ler Kon­trol­len von der Loire nach Pa­ris. Dort soll­te in ei­nem Kran­ken­haus die le­bens­ret­ten­de Ope­ra­ti­on er­fol­gen. „Chaim heißt Le­ben und das Le­ben stirbt nicht“ wei­ter­le­sen

5 lesen 20 Romane der Longlist – Deutscher Buchpreis 2013

Longlist lesen

Logo_dbp_13_RGBWie be­reits in den Lon­g­list-Spe­ku­la­tio­nen an­ge­deu­tet ist der dies­jäh­ri­ge Deut­sche Buch­preis für mich ein be­son­de­rer. Die Vor­auswah­len zum Deut­schen Buch­preis wer­de ich ge­mein­sam mit buzz­al­d­rins bü­cher, das graue So­fa, li­te­ra­tu­ren und Schö­ne­Sei­ten be­glei­ten. Wir fünf le­sen die 20 Ro­ma­ne der Lon­g­list und wer­den je­den Ti­tel in ei­nem Blog­bei­trag vor­stel­len. Die Re­zen­sio­nen pos­ten wir auf un­se­ren Blogs, wo In­ter­es­sier­te zum Kom­men­tie­ren und Dis­ku­tie­ren ein­ge­la­den sind. Da bis zur Be­kannt­ga­be des Preis­trä­gers am 7. Ok­to­ber, na­tür­lich nicht je­de von uns je­de die­ser Sei­ten le­sen kann, tei­len wir die Ro­ma­ne un­ter uns auf.

Auf fol­gen­de Lek­tü­ren dür­fen wir uns freu­en. „5 le­sen 20 Ro­ma­ne der Lon­g­list – Deut­scher Buch­preis 2013“ wei­ter­le­sen

Buchpreisfieber — dbp 2013

Zum neunten Mal ganz neu

Logo_dbp_13_RGBIn ei­ner Wo­che jäh­ren sich die Prä­li­mi­na­ri­en zum Deut­schen Buch­preis und zum neun­ten Mal wird ei­ne Lon­g­list mit zwan­zig Kan­di­da­ten  ver­öf­fent­licht.

Das Er­eig­nis konn­te im letz­ten Jahr be­son­ders we­gen der Ti­tel­aus­wahl nur zö­gern­de Be­geis­te­rung in mir aus­lö­sen. Dies­mal je­doch ent­facht die In­itia­ti­ve ei­ner Blog­ge­rin neu­es Feu­er. Auf Ma­ra Gie­se von buzz­al­d­rins bü­cher geht die Idee ei­nes ge­mein­sa­men Blog­pro­jekts zum Deut­schen Buch­preis zu­rück. Fünf Blog­ge­rin­nen wer­den über den Preis be­rich­ten und Re­zen­sio­nen zu den Ti­teln der Lon­g­list ver­öf­fent­li­chen. Von den Or­ga­ni­sa­to­ren des Prei­ses durch Ma­te­ri­al und Ver­lin­kun­gen un­ter­stützt freu­en wir uns über vie­le Buch­preis­in­ter­es­sier­te, die au­ßer bei buzz­al­d­rins bü­cher und mir auf den Blogs das graue So­fa, Li­te­ra­tu­ren und Schö­ne Sei­ten mit­le­sen und dis­ku­tie­ren kön­nen.

Für al­le Buch­preis-Be­gin­ner sei hier kurz das Wich­tigs­te zu­sam­men­ge­fasst. „Buch­preis­fie­ber — dbp 2013“ wei­ter­le­sen

Old and Dreamy

Judith Kuckart schreibt über die Wunschbedrängnis in der Lebensmitte

Wer sich der Le­bens­mit­te nä­hert, dem rü­cken Wün­sche und Sehn­süch­te auf die Pel­le. Sie ent­ste­hen in der Ju­gend, wenn man sich fort fan­ta­siert aus dem El­tern­haus, aus dem Städt­chen, aus der gan­zen mie­fi­gen pie­fi­gen Pro­vinz. Doch dann mo­dern die Träu­me un­ter dem Laub, das Jahr um Jahr grö­ße­re Hü­gel bil­det, bis die Er­kennt­nis der End­lich­keit sie aus­gräbt.

Auch die Fi­gu­ren in Ju­dith Ku­ck­arts neu­em Ro­man „Wün­sche“ be­sit­zen sol­che Sehn­suchts­zie­le, de­nen sie sich auf ver­schie­de­ne Wei­sen nä­hern. Ih­re Stim­men po­si­tio­niert die Au­torin im Mit­tel­teil ih­rer drei­tei­li­gen Kon­struk­ti­on, die vom ers­ten und letz­ten Tag der neun­mo­na­ti­gen Hand­lung um­fasst wird.

Es ist Sil­ves­ter in ei­ner Stadt im Ber­gi­schen, als Ve­ra Con­rad die Ge­le­gen­heit „Old and Drea­my“ wei­ter­le­sen