Sushi Murakami — Zugverspätung

Das 19. Kapitel

FotoDas letz­te Ka­pi­tel birgt ei­ne Über­ra­schung. Nicht weil es die Fra­gen end­lich be­ant­wor­tet, son­dern weil Mura­ka­mi die ja­pa­ni­sche Ge­sell­schaft ana­ly­siert. Schon im 11. Ka­pi­tel klang ei­ne leich­te Kri­tik an. Hier stellt er nun in ei­ner Bahn­hofs­sze­ne Stress und An­ony­mi­tät der Mas­sen­ge­sell­schaft ein­drück­lich dar. Wir er­le­ben ge­trie­be­ne, ge­hetz­te Men­schen. Pend­ler, die es täg­lich meh­re­re Stun­den kos­tet, ih­ren Ar­beits­platz zu er­rei­chen. Nah an­ein­an­der ge­presst wah­ren sie die Di­stanz durch ei­nen in­ne­ren Schutz­schild, den sie auch in frei­en Mo­men­ten kaum ab­le­gen kön­nen. Ein­sam­keit in der Mas­se wird so glei­cher­ma­ßen Schutz wie Scha­den. Wel­che Ge­fahr ei­ne sol­che Ge­sell­schaft birgt, zeigt sich am Bahn­hof, der Schleu­se für „ein wo­gen­des Men­schen­meer“. „Kei­nem noch so mäch­ti­gen Pro­phe­ten wür­de es ge­lin­gen, die­se wild bran­den­den Wo­gen zu tei­len.“

Auch Tsuku­ru sieht sich als ver­lo­re­nes In­di­vi­du­um, des­sen Be­stim­mung im „Su­shi Mura­ka­mi — Zug­ver­spä­tung“ wei­ter­le­sen

Sushi Murakami — Die Lebenspartitur

Das 18. Kapitel

Vor sei­ner Rück­rei­se will Tsuku­ru „Ord­nung in sei­ne Ge­füh­le brin­gen“. Er bum­melt ziel­los durch Hel­sin­ki und lan­det schließ­lich am Bahn­hof, wo er den Zü­gen zu­schaut.

Zu­rück in To­kio zö­gert er zu­nächst Sa­ra an­zu­ru­fen. Schließ­lich mel­det er sich am fol­gen­den Tag, er­reicht aber nur ih­ren An­ruf­be­ant­wor­ter. Er ver­sucht sei­ne Ei­fer­sucht mit All­tags­pflich­ten zu ver­de­cken, doch sei­ne Ge­dan­ken krei­sen um Sa­ra und den Frem­den. Al­lei­ne im Schwim­men fin­det er Ab­len­kung.

Abends er­hält er Sa­ras An­ruf und ei­nen Rüf­fel, weil er kei­ne Nach­richt hin­ter­las­sen hat. Auch Sa­ra hat den Sonn­tag sinn­voll ver­bracht, mit Put­zen, Wa­schen, Ein­kau­fen. In­ter­es­san­ter als die Er­wäh­nung sol­cher Be­lang­lo­sig­kei­ten ist Tsuku­rus Wunsch die Kat­ze nun end­lich aus dem Sack zu las­sen. Na ja, ge­nau ge­nom­men bleibt sie halb „Su­shi Mura­ka­mi — Die Le­bens­par­ti­tur“ wei­ter­le­sen

Sushi Murakami — Schamanendämmerung

Das 12. Kapitel

FotoMin­der be­geis­ter­te Mura­ka­mi-Le­ser dür­fen sich in die­sem Ka­pi­tel auf zwei Er­schei­nun­gen freu­en. Wir er­fah­ren von der Po­ly­dak­ty­lie, ei­ner ge­ne­ti­schen Skur­ri­li­tät, die ih­rem Trä­ger zwei zu­sätz­li­che Fin­ger be­schert, die die­ser nach Ent­fer­nung in ei­nem Glas mit Form­alde­hyd kon­ser­vie­ren könn­te, wel­ches sich wie­der­um in ei­nem Beu­tel be­quem um­her tra­gen lie­ße. Es soll­te frei­lich ein hüb­scher Beu­tel sein, denn zwei sechs­te Fin­ger hat man ja nicht al­le Ta­ge.

Doch hübsch der Rei­he nach. Tsuku­ru ist nach dem Aus­flug in sei­ne Ver­gan­gen­heit wie­der in der Ge­gen­wart und in To­kio ge­lan­det. Er mel­det sich bei Sa­ra, der er drin­gend von sei­nen Tref­fen mit den bei­den Freu­den be­rich­ten will. Doch auch Hob­byana­ly­ti­ker sind über­lau­fen, Tsuku­ru muss bis über­mor­gen war­ten. Bis da­hin dür­fen die Le­ser und ein neu­er As­sis­tent ihn zur Ar­beit be­glei­ten. Sei­ne Kon­trol­len füh­ren ihn auf meh­re­re Bahn­hö­fe. Dort spricht er mit den Vor­ste­hern, die so ei­ni­ges zu er­zäh­len ha­ben. Be­son­ders skur­ril sind die Fund­sa­chen, dar­un­ter das oben er­wähn­te Fin­ger-Glas im Beu­tel. Ah, freut sich „Su­shi Mura­ka­mi — Scha­ma­nen­däm­me­rung“ wei­ter­le­sen

Sushi Murakami — Der Mann, der den Zügen nachsah

Das 9. Kapitel

Tsuku­ru eilt zu ei­nem Tref­fen mit Sa­ra. Zwi­schen zwei Ge­schäfts­ter­mi­nen will sie ihn über ih­re Nach­for­schun­gen in­for­mie­ren. Zu vier Freun­den hat sie In­for­ma­tio­nen im Netz ge­fun­den, nur in Kuros Fall muss­te sie te­le­fo­nie­ren. Und ob­wohl ihr die neu­en Tech­ni­ken bei ih­rer Re­cher­che sehr nütz­lich wa­ren, be­klagt sie sich dar­über (s. Weis­heit).

FotoZwei Freun­de le­ben nach wie vor in Na­go­ya. Ao ar­bei­tet bei Le­xus, Akas Fir­ma ver­an­stal­tet Busi­ness-Se­mi­na­re. Kuro hin­ge­gen ist nach Finn­land ge­zo­gen und Shiro lebt nicht mehr.  Sie wur­de er­mor­det, die Tat selbst ver­schweigt Sa­ra al­ler­dings, Tsuku­ru sol­le sie selbst her­aus­fin­den. Das wird ihm kaum schwer­fal­len, wie sein Blick auf ih­re Fin­ger­nä­gel be­weist, ent­geht sei­nem Spür­sinn nichts. „Sie wa­ren in der röt­lich brau­nen Far­be ih­rer Hand­ta­sche la­ckiert und sa­hen sehr hübsch aus. Tsuku­ru hät­te ein Mo­nats­ge­halt dar­auf ver­wet­ten kön­nen, dass das kein Zu­fall war.“

Sa­ra ver­schwin­det zu ih­rem Ter­min. Tsuku­ru bleibt scho­ckiert und trau­rig zu­rück. „Su­shi Mura­ka­mi — Der Mann, der den Zü­gen nach­sah“ wei­ter­le­sen