Proust – Sodom und Israel

Die Soiree der Prinzessin von Guermantes, Bd. 4, II. 1

Die An­ge­hö­ri­gen der Ge­sell­schaft stel­len sich Bü­cher gern als ei­ne Art Ku­bus vor, des­sen ei­ne Sei­te ent­fernt ist, so dass der Au­tor nichts Ei­li­ge­res zu tun hat, als die Per­so­nen, de­nen er be­geg­net, hin­ein­zu­ste­cken.“

An die­sem Abend er­füllt sich ein lang ge­heg­ter Wunsch des jun­gen Mar­cel. Er ist Gast bei der Soi­ree der Prin­zes­sin von Guer­man­tes, auch wenn er sich nicht si­cher ist, tat­säch­lich ein­ge­la­den zu sein zu die­sem höchst an­ge­se­hen Sa­lon. Hö­her geht es kaum im Rang der Pa­ri­ser Er­eig­nis­se. Das abend­li­che Tref­fen beim Prin­zen und der Prin­zes­sin von Guer­man­tes wird nur durch die an­schlie­ßen­de Teil­nah­me am Sou­per über­trof­fen. Auch dies wird Mar­cel an­ge­bo­ten, doch er schlägt es aus Ge­fühls­grün­den aus.

Wäh­rend der Soi­ree trifft er vie­le Be­kann­te, al­len vor­an Ba­ron de Char­lus. Er führt län­ge­re Ge­sprä­che mit Swann, Saint-Loup und Bloch. Ne­ben den Be­geg­nun­gen amü­siert er sich beim Be­ob­ach­ten der an­de­ren Gäs­te, folgt ih­ren Ge­sprä­chen und ih­rem Ver­hal­ten. Be­son­ders das der ver­steckt Ho­mo­se­xu­el­len er­scheint ihm nun „Proust – So­dom und Is­ra­el“ wei­ter­le­sen

Proust — Salonplaudereien

Matinée bei Madame de Villeparisis (Bd. 3, 254–438)

GuermantesDer Sa­lon der Mar­qui­se moch­te sich zwar von ei­nem wirk­lich ele­gan­ten Sa­lon un­ter­schei­den, in dem vie­le von den bür­ger­li­chen Da­men ge­fehlt hät­ten, die sie bei sich emp­fing, und an­de­rer­seits vie­le von den glanz­vol­len Er­schei­nun­gen der gro­ßen Welt an­we­send ge­we­sen wä­ren, die Ma­dame Le­roi schließ­lich in ihr Haus zu zie­hen ver­mocht hat­te.“ (Bd. 3, 269)

Mar­cel Proust war ein Ken­ner der Pa­ri­ser Sa­lons. Be­vor er sich in sei­ne schall­dich­te Kam­mer zu­rück­zog, be­ob­ach­te­te er als Ak­teur das Trei­ben bei Ma­dame Le­mai­re oder der Com­tesse de Gref­fuh­le. Sie bo­ten in ih­ren Sa­lons die Ge­le­gen­heit zum ge­sell­schaft­li­chen Um­krei­sen. Was dar­un­ter zu ver­ste­hen ist, be­schreibt Proust auf rund 200 Sei­ten im drit­ten Teil der Re­cher­che. Sein jun­ger Mar­cel be­sucht zum ers­ten Mal ei­ne Ma­ti­nee bei „Proust — Sa­lon­plau­de­rei­en“ wei­ter­le­sen