Das Ende der Maxim-Biller-Show

Maxim Biller verlässt das Literarische Quartett — Schade!

Ich weiß ja nicht, was ich am Schreck­lichs­ten an die­sem Buch fin­de“, die­sen Satz wird so wohl nicht mehr zu hö­ren sein. We­nigs­tens nicht von Ma­xim Bil­ler, der die­ser Pro­vo­ka­ti­on stets ei­ne fun­dier­te Mei­nung fol­gen ließ. Er hat kei­ne Lust mehr auf Das Li­te­ra­ri­sche Quar­tett. Er wird feh­len.

Bil­ler brach­te Span­nung in die Bü­cher­run­de. In schar­fem Schlag­ab­tausch ver­focht er sei­ne li­te­ra­tur­kri­ti­sche Po­si­ti­on. In­halt­lich und rhe­to­risch konn­te der in­ter­es­sier­te Zu­schau­er viel ler­nen. Zu­ge­ge­ben, die ers­te Fol­ge des im Ok­to­ber 2015 neu­auf­ge­leg­ten Li­te­ra­ri­schen Quar­tetts hat­te ich noch als Ma­xim-Bil­ler-Show ab­ge­tan. Doch schnell ent­wi­ckel­te sie sich zu ei­nem der in­ter­es­san­tes­ten Li­te­ra­tur-For­ma­te im Fern­se­hen, trotz oder we­gen Bil­lers Prä­senz.

Im Schwei­zer Li­te­ra­tur­club be­sit­zen sie viel Sen­de­zeit, in der ARD De­nis Scheck. Es macht al­so gar nichts, wenn das Quar­tett viel Bil­ler zeigt. Da­mit ist es vor­bei. Liegt es an den „Das En­de der Ma­xim-Bil­ler-Show“ wei­ter­le­sen

Sushi Murakami — Resümee

Die Lesereise der verblüfften Frau Atalante

Mura­ka­mi wählt für sei­nen Ro­man „Die Pil­ger­jah­re des farb­lo­sen Herrn Ta­za­ki“ ein tra­gi­sches The­ma. Die Ver­ban­nung aus dem Freun­des­kreis ver­ur­sacht durch ei­ne Ver­leum­dung. Ein der­ar­ti­ges Er­eig­nis kann man oh­ne wei­te­res als Mob­bing be­zeich­nen, ein uni­ver­sel­les Pro­blem al­so, was kei­nes­falls nur auf Ja­pan be­schränkt ist. Je­der hat sol­ches in der ein oder an­de­ren hof­fent­lich schwä­che­ren Form schon er­lebt, des­halb spricht der Ro­man vie­le an. Zu­dem wird von sol­chen Skan­da­le ger­ne ge­le­sen. Mord und Tot­schlag be­die­nen den Voy­eu­ris­mus und das schö­ne Ge­fühl, daß es schlim­me­re Schick­sa­le als das ei­ge­ne gibt.

Bei den Pil­ger­jah­ren han­delt es sich um ei­nen An­schlag auf die Psy­che. (Ich mei­ne jetzt na­tür­lich das Er­leb­nis des Herrn Ta­za­ki.) Ei­ne un­er­klär­li­che Zu­rück­wei­sung zu er­le­ben ist ei­ne trau­ma­ti­sche Er­fah­rung. Le­ser wie Op­fer rät­seln in die­sem Buch über die Ur­sa­che und dies von An­fang an. Die­se „Su­shi Mura­ka­mi — Re­sü­mee“ wei­ter­le­sen

Sehenswert — Literarische Wundertüten im TV

Literaturclub und das neue Lesenswert

Nach­dem vor ge­rau­mer Zeit der Li­te­ra­tur­club des Schwei­zer Fern­se­hens und jetzt ak­tu­ell auch Li­te­ra­tur im Foy­er ein Re­launch er­fah­ren ha­ben oder, wie es Paul Jandl nen­nen wür­de, auf­ge­pimpt, eben ver­schö­nert, mo­der­ni­siert, at­trak­ti­ver ge­macht wur­den, lohnt sich ein Blick auf die se­hens­wer­ten Li­te­ra­tur­sen­dun­gen im Fern­se­hen.

Im Li­te­ra­tur­club hat sich seit fast ei­nem Jahr man­ches ver­än­dert. Iris Ra­disch hat die Sen­dung ver­las­sen und die Mo­de­ra­ti­on an Ste­fan Zwei­fel ab­ge­ge­ben. Er dis­ku­tiert mit dem fes­ten En­sem­ble von El­ke Hei­den­reich, Hil­de­gard E. Kel­ler und Rü­di­ger Sa­fran­ski, die als Au­toren und fern­seh­taug­li­che Li­te­ra­tur­kri­ti­ker dem Pu­bli­kum be­kannt sind. Al­les fin­det nach wie vor in der ent­spann­ten At­mo­sphä­re des Zü­ri­cher Pa­pier­saals statt. Die bei­den Tre­sen, an de­nen Mo­de­ra­to­rin und Gast den Kri­ti­kern ge­gen­über sa­ßen, wur­den durch ei­ne tra­di­tio­nel­le Run­de er­setzt. Mei­ner Mei­nung nach ist „Se­hens­wert — Li­te­ra­ri­sche Wun­der­tü­ten im TVwei­ter­le­sen