Bachmannpreis 2014 – Preisträger und Juroren der 38. Tage der Deutschsprachigen Literatur

bachmann14Da lag ich ja mit mei­ner Pro­gno­se der Preis­trä­ger ganz rich­tig, wenn ich auch die ge­naue Ver­tei­lung nicht er­ah­nen konn­te.

Tex Ru­bi­no­witz ge­wann den Bach­mann­preis, der Ke­lag-Preis ging an Mi­cha­el Fehr, der auch den Fe­der­welt Preis der Au­to­ma­ti­schen Li­te­ra­tur­kri­tik er­hielt. Sen­thu­ran Va­rat­ha­ra­jah wur­de mit dem 3sat-Preis aus­ge­zeich­net, Ka­tha­ri­na Ge­ri­cke er­hielt den Heyns Ernst-Will­ner-Preis.

Bei der Ver­ga­be des Pu­bli­kums­prei­ses an Ger­traud Klemm lag ich da­ne­ben. Hier hat­te ich auf Ru­bi­no­witz ge­tippt. Des­sen wit­zi­ger Text ge­fällt mir gut, doch als Bach­mann­preis­trä­ger hat­te ich ihn, im Ge­gen­satz zu Wolf­gang Ti­scher, nicht ein­ge­stuft. In die­ser Rol­le sah ich „Bach­mann­preis 2014 – Preis­trä­ger und Ju­ro­ren der 38. Ta­ge der Deutsch­spra­chi­gen Li­te­ra­tur“ wei­ter­le­sen

TDDL 2014 – Katharina Gericke, Tex Rubinowitz, Georg Petz

Bachmannpreis 3. Tag — Drei mal Liebe und eine wohlgefüllte Arche

bachmann14Da ich ges­tern vor lau­ter Twit­ter-Zir­kus bei­na­he den ers­ten Eklat ver­passt hät­te, woll­te ich mich am die­sem Vor­mit­tag et­was zu­rück­hal­ten. Der Vor­satz wur­de durch kei­nen un­ter­ir­di­schen Text tor­pe­diert. An­ders als im letz­ten Jahr trat die­se Ka­te­go­rie nicht auf, selbst die ti­be­ta­ni­sche To­ten­me­di­ta­ti­on war mei­len­weit von der letzt­jäh­ri­gen Tee­beu­tel­pro­sa ent­fernt.

Nach­dem der Mo­de­ra­tor Chris­ti­an An­ko­witsch dem Pu­bli­kum mit ei­nem li­te­ra­ri­schen Schuh­löf­fel in die Blech­are­na ver­half, be­gann Ka­tha­ri­na Ge­ri­cke die ers­te Le­sung. Sie ist die Kan­di­da­tin Burk­hard Spin­nens. Ge­ri­cke, die als Dra­ma­tur­gin schon auf ei­ni­gen Büh­nen ar­bei­te­te, lebt in Ber­lin, wo auch ihr Vi­deo­por­trät spielt. Die Re­por­ta­ge zeig­te ihr En­ga­ge­ment für ein Thea­ter­pro­jekt in Moa­bit. Ob­wohl ich die­se In­tro­fil­me eher als Zeit­ver­schwen­dung se­he, fand ich die­sen an­ge­nehm und TDDL 2014 – Ka­tha­ri­na Ge­ri­cke, Tex Ru­bi­no­witz, Ge­org Petz“ wei­ter­le­sen

TDDL 2014 — Anne-Kathrin Heier, Birgit Pölzl, Senthuran Varatharajah, Michael Fehr, Romana Ganzoni

Bachmann-Wettbewerb — Sieger sangen am 2. Tag

bachmann14Der Vor­mit­tag des zwei­ten Ta­ges en­de­te mit der Le­sung des Sie­ger­tex­tes. Nicht nur, weil ich we­nig Kri­tik ver­nahm und na­tür­lich über­haupt nicht, weil der Au­tor nicht nur über ei­ne at­trak­ti­ve Spra­che ver­fügt, son­dern weil er der ArcheIn­ge­borg kein wei­te­res Ge­schöpf hin­zu füg­te. Zwar wur­de im Vi­deo ei­ne Schlan­ge er­wähnt, aber die­se Vi­de­os neh­me ich ein­fach nicht ernst.

Der Tag be­gann mit An­ne-Kath­rin Hei­er aus Ber­lin. Sie stu­dier­te am Hil­des­hei­mer Li­te­ra­tur­in­sti­tut und ar­bei­tet als freie Lek­to­rin. Ihr Kla­gen­furt-Men­tor ist Burk­hard Spin­nen.

Sie las den an­spruchs­vol­len Text „Icht­hys“, des­sen ge­wähl­te Spra­che vie­le schö­ne Sät­ze her­vor­brach­te. Nur zwei Bei­spie­le, „die ich den Da­men und Her­ren der Ge­schäfts­füh­rung un­ter den An­zug­stoff in al­le Kör­per­öff­nun­gen hin­ein­hau­che“ oder „Au­tos am Rand, die die Gren­zen nur in der Som­mer­zeit über­fah­ren.“ TDDL 2014 — An­ne-Kath­rin Hei­er, Bir­git Pölzl, Sen­thu­ran Va­rat­ha­ra­jah, Mi­cha­el Fehr, Ro­ma­na Gan­zo­ni“ wei­ter­le­sen

TDDL 2014 — Roman Marchel, Kerstin Preiwuß, Tobias Sommer, Gertraud Klemm, Olga Flor

Arche Ingeborg

bachmann14Das dies­jäh­ri­ge Wett­le­sen be­gann mit ei­nem Kan­di­da­ten ei­nes neu­en Ju­rors. Ro­man Mar­chel, der Schrift­stel­ler aus dem Wald­vier­tel wur­de von Ar­no Du­si­ni, dem Pro­fes­sor aus Wien, ge­la­den. Schon Mar­chels Vi­deo­por­trät ver­mit­tel­te ei­ne me­lan­cho­li­sche Stim­mung, die sich im Text fort­setz­te. Die­ser er­zählt die Ge­schich­te ei­ner al­ten Frau, die mit dem Lei­den ih­res im Ster­ben lie­gen­den Man­nes über­for­dert ist und ihm schließ­lich mit ei­ge­ner Hand ein En­de be­rei­tet. Ku­rio­ser­wei­se ha­ben wir ge­ra­de ges­tern in un­se­rem Li­te­ra­tur­kreis über Mi­che­le Mur­gi­as Ro­man Ac­c­a­ba­do­ra ge­spro­chen, der ein ähn­li­ches The­ma be­han­delt. Al­ler­dings längst nicht so vir­tu­os wie Mar­chel, der um das Er­eig­nis ein fei­nes Ge­we­be von Er­in­ne­run­gen spinnt. Mich hat der Text, den ich in der Mit­tags­pau­se noch­mals ge­le­sen ha­be, sehr be­ein­druckt. Le­dig­lich ei­ni­ge Aus­tria­zis­men wie „aus­ge­trock­ne­tes Tuch“ ha­ben mich et­was ge­stört.

Win­kels, der als ers­ter Ju­ror spricht, äu­ßer­te als ein­zi­ger Kri­tik. Ihm miss­fie­len TDDL 2014 — Ro­man Mar­chel, Kers­tin Prei­wuß, To­bi­as Som­mer, Ger­traud Klemm, Ol­ga Flor“ wei­ter­le­sen