Auf der Suche nach dem Unerfüllbaren

André Aciman öffnet in „Fünf Lieben lang“ ein Kaleidoskop des Begehrens

Wir lieben nur einmal im Leben, hatte meine Vater gesagt, manchmal zu spät, manchmal zu früh; die anderen Male ist die Liebe immer ein bisschen herbeigezwungen.“

Der in den USA lebende Literaturwissenschaftler André Aciman wurde in Alexandria geboren. Dort fand seine aus Italien stammende Familie sephardischer Juden zu Beginn des letzten Jahrhunderts ein Exil bis sie Mitte der sechziger Jahre wieder nach Italien zurückkehrte. Wenig später zog der mehrsprachig aufgewachsene André in die Vereinigten Staaten, wo er Romanistik und Literaturwissenschaft studierte. Eines seiner Forschungsgebiete ist die Französische Literatur, darunter die Memoirenliteratur der Neuzeit und, wie könnte es anders sein, Proust.

Dies merkt man dem in der Übersetzung von Christiane Buchner und Matthias Teiting vorliegendem Buch „Fünf Lieben lang“ an. Ausgeschrieben ist die Neuerscheinung als Roman, durch die Ich-Perspektive und durch das am Erinnern konstruierte Erzählen gleicht sie eher einem Memoir. Daraus soll natürlich nicht gefolgert werden, daß der Autor mit dem „Auf der Suche nach dem Unerfüllbaren“ weiterlesen

Belle donne e Madonne

Kia Vahland stellt in ihrer Biographie „Leonardo da Vinci und die Frauen“ das innovative Frauenbild des Künstlers in den Vordergrund

Als Zeichner und Maler aber ist er voller Empathie, ein Künstler, der dem Seelischen bis in feinste Verästelungen nachspürt. Seine Einfühlung kreist dabei um zweierlei: um die Natur und um die Frauen. Aus heutiger Sicht mag diese Verbindung nicht zwangsläufiger erscheinen als die von Mensch und Natur allgemein. Doch in Leonardos Augen ist natura eine weibliche Kraft und die Frauen verfügen über eine wundersame Potenz, die ihn zeitlebens interessiert. Es ist die Gabe, Leben zu schenken.“

Kia Vahland ist mir durch ihre Artikel zu Kunst- und Kulturthemen in der SZ schon seit längerem bekannt. Die Kunsthistorikerin unterrichtet zudem an der Universität München. Promoviert wurde sie mit einer Arbeit über Sebastiano del Piombo. Auch dort steht das Frauenbild des Künstlers im Vordergrund.

Es liegt also nicht fern, daß Vahland ihre Biographie Leonardo da Vinci und die Frauen über den Künstler, dessen 500. Todestag sich jährt, ebenfalls unter diesen Aspekt stellt. Die Bedeutung des Weiblichen in Leonardos Weltbild bildet das Zentrum von Vahlands Argumentation. Sie zeigt Leonardo als exakten Erforscher von Interaktion im Kleinen wie im Großen. Seine Empathie für das weibliche Geschlecht drückt er mit malerischen Mitteln aus und weist den „Belle donne e Madonne“ weiterlesen