Vom Auswildern einer Familie

Andrea Hejlskov schildert in „Wir hier draussen“ die Bekämpfung einer Existenzkrise mit natürlichen Mitteln

Als wir weg­ge­gan­gen wa­ren, hat­ten wir das nicht ge­tan, um vor den Pro­ble­men oder Kon­flik­ten weg­zu­lau­fen. Es war ein Ka­mi­kaze­an­griff ge­we­sen, der mit­ten ins Herz der Fa­mi­lie ge­zielt hat­te, ins Pri­va­te, di­rekt in die Pro­ble­me – wir hat­ten die Pro­ble­me an der Gur­gel pa­cken wol­len, sie auf den Kopf stel­len und sie schüt­teln, bis sie zit­tern und ver­schwin­den wür­den. Uns war klar ge­we­sen, dass es hart wer­den wür­de, dass es schreck­lich wer­den wür­de, das hat­ten wir ge­wusst, aber das war es uns wert ge­we­sen.“

Raus aus der Zi­vi­li­sa­ti­on, zu­rück zur Na­tur, zum Ur­sprüng­li­chen, die ei­ge­nen Res­sour­cen ent­de­cken, wie­der Ge­mein­schaft er­le­ben. Die­se Mo­ti­ve ha­ben vor der dä­ni­schen Au­torin An­drea He­jls­kov und ih­rer Fa­mi­lie schon an­de­re be­wegt. Zu Be­ginn des vor­letz­ten Jahr­hun­derts wa­ren es Na­tur­jün­ger, die auf Süd­see­inseln oder im Tes­sin ihr Le­bens­glück such­ten. Ih­nen folg­ten an­de­re, die sich vom Auf­ge­zwun­ge­nen ab­kehr­ten um sich selbst zu fin­den. Hen­ry Da­vid Tho­reau be­zog ei­ne ab­seits ge­le­ge­nen Hüt­te und schlug aus die­ser Er­fah­rung auch li­te­ra­risch Ka­pi­tal. Sein „Wal­den“ wur­de zum Kult­buch. Ähn­li­che Aben­teu­er, aus de­nen ein Buch her­vor­ging, gibt es noch in heu­ti­ger Zeit. Sie rei­chen von der Re­por­ta­ge des Jour­na­lis­ten Jür­gen Kö­nig, der gut vor­be­rei­tet ein Jahr auf ei­ner Schwei­zer Hoch­alm ver­bringt, bis zum ame­ri­ka­ni­schen Jung­au­tor und sei­nem Ver­such ein­sam die Ado­les­zenz aus­zu­sit­zen. Sprachmäch­ti­ger sind „Vom Aus­wil­dern ei­ner Fa­mi­lie“ wei­ter­le­sen