Das Erbe der Voortrekker

Damon Galgut erzählt in „Das Versprechen” von der Last der kolonialen Vergangenheit

…die Fa­mi­lie Swart hat so gar nichts Be­son­de­res oder Be­mer­kens­wer­tes, o nein, sie gleicht der Fa­mi­lie von der Nach­bar­farm und der Nach­bar­farm der Nach­bar­farm, nur ein ge­wöhn­li­cher Hau­fen wei­ßer Süd­afri­ka­ner, und wenn du es nicht glaubst, brauchst du nur ein­mal dar­auf zu ach­ten, wie wir spre­chen. Wir klin­gen nicht an­ders als die an­de­ren Stim­men, wir klin­gen ganz ge­nau­so, und wir er­zäh­len die­sel­ben Ge­schich­ten, in ei­nem brei­igen Ak­zent, mit ge­köpf­ten Kon­so­nan­ten und ge­quetsch­ten Vo­ka­len. Un­se­re See­le ist ir­gend­wie ver­ros­tet, re­gen­fle­ckig und ver­beult, und das hört man un­se­rer Stim­me an.“

Wie im vor kur­zem hier be­spro­che­nen Ro­man von Ali­ne Val­an­gin spielt ein Haus ei­ne Rol­le. Kein pracht­vol­ler Pa­laz­zo, son­dern ei­ne rui­nö­se Hüt­te, ab­ge­le­gen auf dem weit­läu­fi­gen Ge­län­de ei­ner Farm au­ßer­halb Pre­to­ri­as. Dort lebt Sa­lo­me, das schwar­ze Haus­mäd­chen, die der Be­sit­zer „beim Kauf gra­tis da­zu­be­kom­men hat“. Auch wenn sie von den Swarts als In­ven­tar und kaum als In­di­vi­du­um be­trach­tet wird, spielt sie ei­ne wich­ti­ge Rol­le im Fa­mi­li­en­gefü­ge. Sie hat die Kin­der An­ton, As­trid und Amor auf­ge­zo­gen und pfleg­te de­ren Mut­ter Ra­chel. Als die­se stirbt, nimmt Ra­chel ih­rem Mann das Ver­spre­chen ab, die Hüt­te in Sa­lo­mes Be­sitz zu ge­ben. Ein Wunsch, der we­gen der Apart­heid-Ge­set­ze nicht ver­wirk­licht wer­den kann.

Am Leit­mo­tiv des un­ein­ge­lös­ten Ver­spre­chens ver­folgt Da­mon Gal­gut das Le­ben der ein­zel­nen Fa­mi­li­en­mit­glie­der. Sie sind so dis­pa­rat, daß nur die To­des­fäl­le die Fi­gu­ren zu­sam­men­kom­men las­sen. Die­se Er­eig­nis­se, der Tod der Mut­ter, des Va­ters, der Toch­ter As­trid und des Sohns An­ton bil­den die vier Ka­pi­tel des Romans.

Im Jahr 1986, als das ers­te Ka­pi­tel ein­setzt, be­fin­det sich die Apart­heid in Auf­lö­sung. Über­all im Land kommt es zu Un­ru­hen. Die vom ri­gi­den Re­gime der Ras­sen­tren­nung dis­kri­mi­nier­te nicht­wei­ße Be­völ­ke­rung Süd­afri­kas setzt sich zur Wehr. Die Swarts neh­men le­dig­lich Ver­kehrs­be­hin­de­run­gen im be­nach­bar­ten Town­ship wahr, die sich an­bah­nen­de ge­sell­schaft­li­che Ver­än­de­rung passt nicht in das Welt­bild der Nach­kom­men ei­ner Burenfamilie.

Aus­beu­tung, Ver­trei­bung, Un­ter­drü­ckung, Ras­sis­mus und Kor­rup­ti­on, Miss­stän­de, die Süd­afri­ka bis heu­te pla­gen, sind die ei­gent­li­chen The­men die­ses Ro­mans. Der 1963 in Pre­to­ria ge­bo­re­ne, be­reits mit 17 als Au­tor in Er­schei­nung ge­tre­te­ne Gal­gut, ver­webt sie zu ei­ner Fa­mi­li­en­ge­schich­te, die über drei Jahr­zehn­te trägt.

Für sein Er­zäh­len wählt er ei­ne li­te­ra­risch an­spruchs­vol­le Form, in der, was an­ge­sichts der The­men über­ra­schen mag, der Hu­mor nicht fehlt. Je­der sei­ner Fi­gu­ren ver­leiht er ei­ne Stim­me. Ein per­so­na­ler Er­zäh­ler, der bis­wei­len in die Ich-Form fällt, schil­dert die Ge­dan­ken und das Er­le­ben des Ein­zel­nen. Nicht nur die Haupt­fi­gu­ren kom­men auf die­se Wei­se zu Wort, auch zahl­rei­chen Ne­ben­fi­gu­ren, so­gar Tiere.

Die Per­spek­tiv­wech­sel voll­zie­hen sich schnell. Auf den ers­ten Sei­ten des Ro­mans sind sie noch mit Na­men mar­kiert. Im wei­te­ren Ver­lauf wei­sen nur Per­so­nal­pro­no­men auf den je­wei­li­gen Spre­cher hin. Manch­mal sind die Über­gän­ge flie­ßend. Gal­gut er­zeugt so ei­ne ge­woll­te Un­ein­deu­tig­keit zwi­schen zwei Er­zähl­stim­men, die zu­gleich zur Ver­bin­dung wird. Da denkt die Ex-Freun­din Amors über de­ren Selbst­auf­op­fe­rung nach und es folgt ei­ne Aus­sa­ge in der Ich-Per­spek­ti­ve, die so­wohl als Ant­wort Amors wie als Aus­sa­ge der im fol­gen­den Ab­schnitt auf­tre­ten­den As­trid ge­le­sen wer­den kann und zu­dem für bei­de Fi­gu­ren glei­cher­ma­ßen gilt.

Su­s­an hat recht, (…) ir­gend­et­was treibt Amor da­zu, das Leid zu su­chen, um es zu lindern.
(…)
Viel­leicht ist das der Grund. Viel­leicht will ich mich so bestrafen.
Doch kaum dass sie es aus­ge­spro­chen hat, weiß As­trid, dass es nicht wahr ist. Auf den Knien im Beicht­stuhl, zum ers­ten Mal seit ei­nem hal­ben Jahr, und sie hat die Ga­be ver­lo­ren, die Wahr­heit zu sagen.“

Ne­ben den Fi­gu­ren­stim­men kom­men­tiert ein aukt­o­ria­ler Er­zäh­ler das Ge­sche­hen, bis­wei­len in di­rek­ter An­spra­che an den Le­ser. „Und so wa­ren die ein­zi­gen bei­den Per­so­nen, die an Ra­chel Swarts Bett wach­ten, als de­ren Zeit ge­kom­men war, ihr Ehe­mann ali­as Pa oder Ma­nie und die klei­ne Schwar­ze, wie heißt sie noch gleich, Sa­lo­me, die aber, lo­gi­scher­wei­se, nicht zählt.“

Viel­leicht ist dies mit ein Grund, wes­halb Sa­lo­mes Stim­me nur ein ein­zi­ges Mal er­klingt? Sie spricht ein Ge­bet für Ra­chel, in des­sen Schluss­satz sie sich bei Gott für das Er­be be­dankt, auch dies ein In­diz für Gal­guts Humor.

Die­sen zeigt er be­reits bei den spre­chen­den Na­men sei­ner Fi­gu­ren. Al­len vor­an die Swarts, die als Vo­ortrek­ker-Nach­fah­ren doch bes­ser Weiß hei­ßen wür­den. Den ka­tho­li­schen Pries­ter tauft er Bat­ty, be­kloppt, den pro­tes­tan­ti­schen Sim­mer, was mit ver­schlif­fe­ner Aus­spra­che, der Sün­de, Sin­ner, sehr na­he­kommt. Bei­de Zu­schrei­bun­gen spie­geln sich im Cha­rak­ter der Geist­li­chen. Die wan­kel­mü­ti­ge As­trid darf sich seit ih­rer zwei­ten Ehe Moo­dy, lau­nisch, nen­nen.

Es gibt auch po­si­ti­ve Na­men wie Amor, De­si­rée und Sa­lo­me. Bei letz­te­rer mag man die Jün­ge­rin Je­su den­ken, die der Le­gen­de nach ei­ne Schwes­ter Ma­ri­as ge­we­sen sein soll.

Trotz die­ses mit der Bi­bel kon­no­tier­ten Na­mens kommt die Kir­che schlecht weg in die­sem Ro­man. Gal­gut kom­men­tiert ih­re ka­tho­li­schen wie auch ih­re nie­der­län­disch-re­for­mier­ten Ver­tre­ter und Ri­tua­le mit bei­ßen­dem Hu­mor. Ma­nies Tod nach dem Schlan­gen­biss ist das Er­geb­nis der fi­xen Idee des streng­gläu­bi­gen Rep­ti­li­en­farm­be­sit­zers. Er ziel­te auf den Re­kord im Zu­sam­men­le­ben mit ei­ner Schlan­ge. Je län­ger, um­so mehr Spen­den er­hoff­ten sich der Gläu­bi­ge und der Pries­ter, doch Sa­tan war da­ge­gen. Mit ih­rem Ver­hal­ten sind die Kir­chen­ver­tre­ter, aber auch eso­te­ri­sche Heils­brin­ger, ein Quell des meist sub­ti­len Spotts. Ein­zig Ju­den­tum und Is­lam, die eben­falls ei­ne, wenn auch klei­ne­re Rol­le spie­len, wer­den verschont.

Ei­ne Er­klä­rung bie­tet die Rol­le der evan­ge­li­schen wie ka­tho­li­schen Kir­che in der Mis­sio­nie­rung und Skla­ven­fra­ge. Do­mi­nee Sim­mers be­trach­tet die Apart­heid als von Gott ver­fügt, des­sen Wunsch sei es, „dass in an­de­ren Räu­men die Söh­ne und Töch­ter Hams zum Nut­zen und From­men ih­rer Her­ren und Her­rin­nen schuf­ten, Holz ha­cken, Was­ser schöp­fen und über­haupt den­je­ni­gen ein le­bens­wer­tes Le­ben be­rei­ten, die das schwe­re Joch der Füh­rung tragen.“

An­ge­sichts des­sen, amü­siert es um­so mehr, wen Gal­gut dem Pries­ter zur Un­zucht über­lässt. Dies mit der 2016 von Fran­zis­kus er­las­se­nen „Amo­ris la­e­ti­tia“ in Zu­sam­men­hang zu brin­gen, wä­re je­doch in­ter­pre­ta­to­risch überzogen.

Lie­ber Le­ser, du siehst ich hat­te auf vie­le Wei­sen Spaß mit die­sem Buch, das ich, auch wenn du ein gu­ter Christ sein soll­test, dir ans Herz le­ge. Zum ei­nen er­in­nert es an Vie­les, was man als blau­äu­gi­ger Eu­ro­pä­er viel­leicht ver­ges­sen hat, zum an­de­ren klärt es die wich­ti­ge Fra­ge: „Muss­te Je­sus je­mals aufs Klo?“

Da­mon Gal­gut wur­de für Das Ver­spre­chen“ 2021 mit dem Boo­ker Pri­ce ausgezeichnet.

Damon Galgut, Das Versprechen, übers. v. Thomas Moor, Luchterhand Verlag 2022

 

 

gordimerlesen — Resümee eines Leseprojekts

Zu wenig Zeit für dieses?

Der neue Ro­man der 89-jäh­ri­gen No­bel­preis­trä­ge­rin Na­di­ne Gor­di­mer spielt wie al­le ih­re Ro­ma­ne in Süd­afri­ka. Die­ser Staat, die Hei­mat die­ser sich selbst als wei­ße Süd­afri­ka­ne­rin emp­fin­den­den Au­torin, ist auch die Haupt­fi­gur in „Kei­ne Zeit wie die­se“. Als wei­te­re tritt ein Ehe­paar auf, der Wei­ße Ste­ve und die Schwar­ze Ja­bu­li­le. Die­ses Mi­schung und ih­re Zug­hö­rig­keit zum An­tia­part­heids­kampf mach­te sie zu ei­nem klan­des­ti­nen Paar, zu­nächst leb­ten sie als Ge­nos­sen in Swa­si­land, dann il­le­gal in ei­ner Sied­lung am Rand ei­ner Stadt ih­res Hei­mat­staa­tes. Hier setzt die Er­zäh­lung ein und schil­dert, wie die Bei­den die­se Wohn­la­ge zu Guns­ten ei­nes klei­nen Häus­chens in der Vor­stadt auf­ge­ben. Dort le­ben sie in der al­ter­na­ti­ven Ge­mein­schaft der Ex-Ge­nos­sen, eher als Bo­hè­me denn als Bour­geois. Doch dies än­dert sich, Kin­der wer­den ge­bo­ren, Kar­rie­ren ver­folgt. Die Le­bens­um­stän­de und Be­zie­hun­gen ver­än­dern sich ge­nau so wie die po­li­ti­schen Zu­stän­de sich ver­schlech­tern. Es of­fen­bart sich, daß die Zie­le des Kamp­fes nicht er­reicht wur­den. Ent­ge­gen al­ler Idea­le hat sich ei­ne neue Un­ge­rech­tig­keit ent­wi­ckelt, die nicht auf un­ter­schied­li­cher Haut­far­be ba­siert, son­dern auf der Kluft zwi­schen arm und reich, ge­för­dert und nicht ver­hin­dert von kor­rup­ten Po­li­ti­kern. Gor­di­mer wirft über ei­ne Span­ne von 16 Jah­ren Schlag­lich­ter auf die Ent­wick­lun­gen von Ehe, Fa­mi­lie und dem Freun­des­kreis der Ge­nos­sen, für die­se gilt eben­so wie für die Po­li­tik Süd­afri­kas, „Nichts ist wie es scheint“.

Ei­ne har­te Kri­tik an der süd­afri­ka­ni­schen Re­gie­rung, die Gor­di­mer ne­ben der bür­ger­li­chen In­tel­li­genz für die ka­ta­stro­pha­len Zu­stän­de ih­res Lan­des ver­ant­wort­lich macht, ist der An­trieb für die­sen Ro­man. Sein Ziel ist es die­se Miß­stän­de be­wusst zu ma­chen. Dies ist Gor­di­mer ge­lun­gen, doch auf ei­ne an­stren­gen­de Wei­se. Stil und Spra­che er­schwe­ren den Zu­gang. Satz­teil­ket­ten, nicht im­mer lo­gisch auf­ein­an­der­fol­gend, doch mit zahl­lo­sen Kom­ma­ta von­ein­an­der ge­trennt, sind mal Ge­dan­ken, mal Ge­re­de, nicht im­mer ein­deu­tig zu zu­ord­nen. Man­che Über­set­zungs- oder Sinn­feh­ler kom­men da­zu. Das mag man hin­neh­men. Viel­leicht ge­bie­tet es auch die Ehr­furcht vor ei­ner alt­ehr­wür­di­gen No­bel­preis­trä­ge­rin, ihr den Wunsch nach kei­nem Lek­tor zu ge­wäh­ren. Das Ver­ständ­nis der Le­ser ver­wirrt es eher.

Nach ei­ner Wei­le, bei mir hat es un­ge­fähr die Hälf­te der im­mer­hin 506 Sei­ten ge­dau­ert, liest man sich ein und wun­dert sich nicht mehr über Sät­ze, wie „In der Part­ner­schaft der Idea­le Lie­be, se­xu­el­le Er­fül­lung und Zu­kunfts­pfand Kin­der, die das Mys­te­ri­um na­mens Ehe ist, ist die Bil­dung Ste­ves Ab­tei­lung. Fel­sen ist un­ter ih­ren Fü­ßen, un­ter der un­ter­schied­li­chen Ar­beit, die je­der tut; ih­re ge­mein­sa­men Überzeugungen.”

Viel stär­ker hat mich der deut­lich er­ho­be­ne Zei­ge­fin­ger ge­stört. Wenn man nach ei­ner Wei­le mit den süd­afri­ka­ni­schen Zu­stän­den und Gor­di­mers Kri­tik dar­an ver­traut ist, und sie sich durch ei­ge­ne Re­cher­chen er­schlos­sen hat, ‑hier wä­re ein Glos­sar dem we­ni­ger kun­di­gen Le­ser hilfreich‑, fällt die Ab­sicht der Au­torin ins Au­ge. Die ei­gent­li­che Hand­lung mit ih­ren Per­so­nen dient als Ex­em­pel um Gor­di­mers po­li­ti­sche Mei­nung zu trans­por­tie­ren. Dass die­se durch­aus be­rech­tigt ist, möch­te ich ihr als ehe­ma­li­gem Mit­glied des ANC kei­nes­falls in Ab­re­de stel­len. Al­ler­dings ist sie durch­schau­bar und macht die Ent­wick­lun­gen im Ro­man vorhersehbar.

Ein wei­te­res Man­ko ist die un­ge­heu­re Red­un­danz. Wenn der aus­wan­de­rungs­wil­li­ge Ste­ve sich In­for­ma­ti­ons­ma­te­ri­al über Aus­tra­li­en durch­liest, ist es er­mü­dend die glei­chen Fak­ten meh­re­re hun­dert Sei­ten spä­ter noch­mals von Ja­bu re­pe­tie­ren zu las­sen. Dies nur ein Bei­spiel un­ter vie­len, die mich po­si­tiv dar­an er­in­ner­ten, daß ich noch nicht ver­gess­lich bin. In ei­nem Ro­man är­gert mich das je­doch sehr, denn im­mer­hin hät­te er mir nach Kür­zung die­ser Wie­der­ho­lun­gen we­ni­ger Le­se­zeit gestohlen.

Viel­mehr hät­te ich we­ni­ger Le­se­zeit schen­ken müs­sen, dem Ro­man und dem Ber­lin Ver­lag. Die­ser hat­te an­läss­lich des Er­schei­nens ein vir­tu­el­les Le­se­pro­jekt in­iti­iert, an dem ich mit sie­ben wei­te­ren Blog­ge­rin­nen und Blog­gern teil­neh­men durfte.

Ich weiß nicht ge­nau, wel­che Vor­stel­lun­gen die an­de­ren Teil­neh­mer oder der Ver­lag hat­ten, ich hat­te an­schei­nend andere.

Zwar fand ich es in­ter­es­sant die Ein­zel­bei­trä­ge zu den Ab­schnit­ten zu le­sen. Al­ler­dings hat­te ich mir ei­ne stär­ke­re Dis­kus­si­ons­freu­dig­keit er­hofft. Manch­mal ent­wi­ckel­te sich ein Ge­spräch, bis­wei­len so­gar ein Dis­put, was durch­aus an­re­gend war, aber mit dem Ab­zug ei­ni­ger Teil­neh­mer abnahm.

Viel­leicht hät­te die Mo­de­ra­ti­on durch den Ver­lag dies ver­bes­sern kön­nen. Auf vie­le Fra­gen und An­re­gun­gen wur­de nicht ein­ge­gan­gen. Um ein sol­ches Pro­jekt sinn­voll durch­zu­füh­ren, muss man Zeit in­ves­tie­ren, sonst ist es für die Katz. Mit feh­len­der Zeit mag sich auch mein Ein­druck be­grün­den, daß nicht al­le Blog­ger die Bei­trä­ge ih­rer Kol­le­gen ge­le­sen haben.

Auch scheint mir Wor­d­Press nicht die idea­le Form für ein der­ar­ti­ges Le­se­pro­jekt zu bie­ten. Ei­ni­ge au­ßen ste­hen­de Le­ser ha­ben sich bei mir über die Un­über­sicht­lich­keit beklagt.

Für das Pro­jekt fin­de ich das al­les sehr scha­de, denn an sich war es ei­ne sehr gu­te Idee.

Durch Ak­ti­on und Ro­man ha­be ich auf je­den Fall ei­nen Ein­blick in süd­afri­ka­ni­sche Ver­hält­nis­se er­hal­ten. Nicht zu­letzt auch durch die im Blog ge­pos­te­ten In­ter­views mit Na­di­ne Gor­di­mer. Ih­rem le­bens­lan­gen An­schrei­ben ge­gen so­zia­le Un­ge­rech­tig­keit und po­li­ti­sche Miß­stän­de zol­le ich gro­ßen Re­spekt, ih­ren The­sen be­geg­ne ich al­ler­dings lie­ber im In­ter­view oder Es­say.