Sushi Murakami – Das glitschig-feuchte Gefühl

3. Kapitel

Die sechs Trauermonate zehren an Tsukuru, er magert ab und ist geschwächt. Murakami wählt für diesen Zustand ein durchaus passendes Bild. „Er hing gerade noch an der Welt wie eine trockene Hülle eines Insekts, die an einem Ast schaukelt und kurz davor ist, von nächsten Windstoß für immer davon geweht zu werden.“

Auf der Schwelle zum Tod stehend, erweckt ein Traum ihn zu neuem Leben. Allerdings ist der Trauminhalt äußerst merkwürdig, es handelt sich nämlich um ein Gefühl, welches Tsukuru noch niemals gespürt hat, die Eifersucht. Kann er dann davon träumen? Auch diese Szene präsentiert sich in doppelter Ausführung. Tsukuru erklärt, daß er noch nie Eifersucht verspürt habe. Daraufhin legt er sein theoretisches Wissen über diesen Zustand dar, um anschließend nochmals zu verkünden, daß er dies noch nie erlebt hätte, was wieder in eine Aufzählung verschiedener Eifersuchtserscheinungen mündet. Warum wiederholt Murakami ständig alles?

Aus der Eifersucht, die er im Traum als brennenden Schmerzen empfindet, wird übrigens im Wachen das Gegenteil, ein glitschig-feuchtes Gefühl.

Nach diesem magischen Durchgangserlebnis (s. Jona u. Prometheus) isst der Farblose wieder, macht Sport und bemüht sich um geregelte Gewohnheiten. Seine Depression überwindend erhebt sich Tsukuru wie Phönix aus der Asche und hat „morgens beim Aufwachen sogar eine Erektion“.

 

Cliffhanger: Tsukuru findet einen neuen Freund.

 

Weisheit:

„Eifersucht war – das hatte Tsukuru durch diesen Traum begriffen – das trostloseste Gefängnis, das es auf der Welt gab. Denn es war ein Gefängnis, in das der Gefangene sich gewissermaßen selbst einsperrte.“

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