Unüberwundener Abschied

Kristine Bilkau erzählt in „Eine Liebe in Gedanken“ von dem, was nach einem Verlust bleibt

Ich woll­te Ed­gar Jans­sen da­zu brin­gen, sich an mei­ne Mut­ter zu er­in­nern, an sei­ne und ih­re ge­mein­sa­me Zeit. An die Lie­be zwi­schen To­ni und Ed­gar, die von so kur­zer Dau­er ge­we­sen war und für mei­ne Mut­ter doch ein Le­ben lang ge­hal­ten hat.“

Ei­ne Lie­be in Ge­dan­ken“, der Ti­tel des ak­tu­el­len Ro­mans von Kris­ti­ne Bil­kau ist zu­gleich sein The­ma: Ei­ne gro­ße Lie­be, die un­er­füllt blei­ben wird. Doch wür­de das At­tri­but noch tref­fen, wenn die Lie­be ge­lebt wor­den wä­re, über al­le Schre­cken des All­tags hin­weg? Gro­ße Lie­be, ‑im Ro­man selbst fällt die­ser Aus­druck nie‑, so könn­ten sie es ge­nannt ha­ben, die Toch­ter, die da­von er­zählt, wie die Mut­ter, die es er­lebt hat.

An­to­nia We­ber hat ih­ren Hei­mat­ort an der Küs­te ver­las­sen und in Ham­burg ihr un­ab­hän­gi­ges Le­ben be­gon­nen.  Die 22-jäh­ri­ge ar­bei­tet als Se­kre­tä­rin und wohnt bei der Zi­ga­ril­lo rau­chen­den Frau Kon­rad zur Un­ter­mie­te, wie dies 1964 für un­ver­hei­ra­te­te Frau­en üb­lich war. Doch To­ni bleibt nicht lan­ge al­lein. Ei­ne zu­fäl­li­ge Be­kannt­schaft bringt sie mit Ed­gar zu­sam­men und schnell ist für bei­de klar, daß sie „Un­über­wun­de­ner Ab­schied“ wei­ter­le­sen

Man hört nur mit den Ohren gut

Tausendundeine birmanische Erbaulichkeit serviert von Jan-Philipp Sendker — Literaturkreis 2/2011

Ich dach­te ja schon al­les hin­ter mir zu ha­ben seit den einst im Fran­zö­sisch­un­ter­richt zwangs­wei­se ver­ord­ne­ten Weis­hei­ten ei­nes ge­wis­sen klei­nen Prin­zen und den Nai­vi­tä­ten ei­nes be­zopf­ten Best­sel­le­re­so­te­ri­kers. Aber, so wür­den mir die Adep­ten die­ser Ver­kün­der zu­ru­fen, die Prü­fun­gen hö­ren nie­mals auf! Folg­lich er­war­te­te mich im ak­tu­el­len Buch un­se­res Li­te­ra­tur­krei­ses ei­ne neue Her­aus­for­de­rung. „Das Her­zen­hö­ren“, die­ser Ti­tel klang in mei­nen Oh­ren be­reits ver­däch­tig rühr­se­lig, auch das hell­blau apri­cot­far­be­ne, ei­ne ge­wis­se Süß­lich­keit aus­strah­len­de Co­ver und der ali­te­ra­ri­sche Gold­mann-Ver­lag tru­gen nicht ge­ra­de er­heb­lich zur Zu­ver­sicht bei.

Der Klap­pen­text kün­digt ei­ne Ge­schich­te vol­ler Wun­der und Weis­hei­ten an, die Su­che nach der Ver­gan­gen­heit des Va­ters und dem Ge­heim­nis der ewi­gen Lie­be. Die­ses Ge­heim­nis trägt als Span­nungs­bo­gen die ge­sam­te Hand­lung.

Ein äl­te­rer Mann bir­ma­ni­scher Her­kunft ver­schwin­det aus sei­ner ge­si­cher­ten „Man hört nur mit den Oh­ren gut“ wei­ter­le­sen