Deutscher Buchpreis 2016 — Die Longlist

Bewährtes, Überraschendes und ein Bestseller

Logo_dbp_16_RGBIm­mer­hin sie­ben Ti­tel mei­ner Tipps tau­chen auf der heu­te Mor­gen ver­öf­fent­lich­ten of­fi­zi­el­len Long­list auf: „Dreh­tür” von Kat­ja Lan­ge-Mül­ler, die be­reits 2007 mit „Bö­se Scha­fe” auf der Short­list stand.  Au­ßer­dem die Ös­ter­rei­che­rin Eva Schmidt mit  „Ein lan­ges Jahr”, der Dan­te-Ro­man der Büch­ner­preis­trä­ge­rin Si­byl­le Le­wit­schar­off, Ar­nold Stadt­lers „Rausch­zeit” -auch die­ser Au­tor ist ein häu­fi­ger dpb-Kan­di­dat-, Pe­ter Stamms kunst­vol­le Me­ta-Es­ka­pa­de „Weit über das Land”, und An­na Wei­den­hol­zer mit dem bi­zar­ren Ti­tel „Wes­halb die Her­ren See­ster­ne tra­gen”. Lei­der wur­de die von mir fa­vo­ri­sier­te An­na Ka­tha­ri­na Hahn nicht no­mi­niert.

Wäh­rend beim S. Fi­scher Ver­lag die sechs Lis­ten­ti­tel von Händ­ler, Kai­ser-Mühle­cker, Stadt­ler, Stamm und Stein­aecker si­cher die Kor­ken zum Knal­len brin­gen, wird man sich auch bei klei­ne­ren Ver­la­gen freu­en, dar­un­ter Jung und Jung, Le­nos und Matthes&Seitz.

Die No­mi­nie­run­gen jen­seits der Top­ti­tel der Top­ver­la­ge fin­de ich in­ter­es­sant und er­war­te ge­spannt das Le­se­heft mit Pro­ben von Akos Do­ma, An­dré Ku­bic­zek, Mi­chel­le Stein­beck und Phil­ipp Wink­ler.

Über­rascht bin ich über die No­mi­nie­rung von Joa­chim Mey­er­hoffs drit­tem Teil sei­ner Fa­mi­li­en­bio­gra­phie. Die un­ter­halt­sam er­zähl­te skur­ri­le An­ek­do­ten­samm­lung liest sich oh­ne Zwei­fel lo­cker und leicht. Aber ein Best­sel­ler auf der Buch­preis­lis­te? Das gab es bis­her sel­ten. Ich er­in­ne­re mich an die Long­list im zwei­ten Jahr mit Glattau­ers „Gut ge­gen Nord­wind” und an „Adams Er­be” von As­trid Ro­sen­feld. Da scheint mir Joa­chim Mey­er­hoff ei­ne bes­se­re Wahl und er hat in sei­ner Funk­ti­on als Pu­bli­kums­au­tor die Lis­te viel­leicht vor Be­ne­dict Wells Pa­tho­s­pro­sa be­wahrt.

In der nächs­ten Wo­che er­scheint das of­fi­zi­el­le Heft mit Le­se­pro­ben. Wel­che Buch­hand­lun­gen dies kos­ten­frei ab­ge­ben, ver­rät fol­gen­der Link www.buchhandlung-finden.de . Zu­dem gibt es Hör­pro­ben bei iTu­nes und Spo­ti­fy so­wie un­ter fol­gen­der App www.detektor.fm/deutscher-buchpreis .

 

Akos Do­ma: Der Weg der Wün­sche (Ro­wohlt Ber­lin, Aug 2016), 336 S. Ver­lags­in­fo

Ger­hard Falk­ner: Apol­lo­ka­lyp­se (Ber­lin Ver­lag, Sept. 2016), 432 S., Le­se­pro­be

Ernst-Wil­helm Händ­ler: Mün­chen (S. Fi­scher, Aug. 2016), 352 S., Le­se­pro­be

Rein­hard Kai­ser-Mühle­cker: Frem­de See­le, dunk­ler Wald (S. Fi­scher, Aug. 2016), 306 S., Le­se­pro­be

Bo­do Kirch­hoff: Wi­der­fahr­nis (Frank­fur­ter Ver­lags­an­stalt, Sept. 2016), 224 S., Le­se­pro­be

An­dré Ku­bic­zek: Skiz­ze ei­nes Som­mers (Ro­wohlt Ber­lin, Mai 2016), 384 S., Le­se­pro­be

Mi­cha­el Kumpf­mül­ler: Die Er­zie­hung des Man­nes (Kie­pen­heu­er & Witsch, Feb. 2016), 320 S., Le­se­pro­be

Kat­ja Lan­ge-Mül­ler: Dreh­tür (Kie­pen­heu­er & Witsch, Aug. 2016), 224 S., Le­se­pro­be

Dag­mar Leu­pold: Die Wit­wen (Jung und Jung, Sept. 2016), 234 S., Le­se­pro­be

Si­byl­le Le­wit­schar­off: Das Pfingst­wun­der (Suhr­kamp, Sept. 2016), 350 S., Le­se­pro­be

Tho­mas Mel­le: Die Welt im Rü­cken (Ro­wohlt Ber­lin, Aug. 2016), 352 S., Le­se­pro­be

Joa­chim Mey­er­hoff: Ach, die­se Lü­cke, die­se ent­setz­li­che Lü­cke(Kie­pen­heu­er & Witsch, Nov. 2015), 352 S., Le­se­pro­be

Hans Platz­gu­mer: Am Rand (Paul Zsol­nay, Feb. 2016), 208 S., Le­se­pro­be

Eva Schmidt: Ein lan­ges Jahr (Jung und Jung, Feb. 2016), 212 S., Le­se­pro­be

Ar­nold Stad­ler: Rausch­zeit (S. Fi­scher, Aug. 2016), 552 S., Le­se­pro­be

Pe­ter Stamm: Weit über das Land (S. Fi­scher, Feb. 2016), 224 S., Le­se­pro­be

Mi­chel­le Stein­beck: Mein Va­ter war ein Mann an Land und im Was­ser ein Wal­fisch (Le­nos, März 2016), 153 S., Ver­lags­in­fo

Tho­mas von Stein­aecker: Die Ver­tei­di­gung des Pa­ra­die­ses (S. Fi­scher, März 2016), 416 S., Le­se­pro­be

An­na Wei­den­hol­zer: Wes­halb die Her­ren See­ster­ne tra­gen(Mat­thes & Seitz Ber­lin, Aug. 2016), 192 S., Le­se­pro­be

Phil­ipp Wink­ler: Hool (Auf­bau, Sept. 2016), 310 S., Le­se­pro­be

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4 Responses to Deutscher Buchpreis 2016 — Die Longlist

  1. Eva Jancak sagt:

    Ja das hat mich auch über­rascht, paßt für mich aber, auf das Le­sen von An­na Wei­den­hol­zers neu­em Buch freue ich mich schon und auch auf das aus dem Auf­bau-Ver­lag bin ich neu­gie­rig und was den May­er­hof be­trifft, der nicht un­be­dingt mei­nem Ge­schmack ent­spricht und den ich auch nicht für sehr li­te­ra­risch hal­te, so war der, glau­be ich, ja schon vor zwei oder drei Jah­ren ein­mal auf der Lis­te, lie­be Grü­ße aus Wien und schö­nes Le­sen!

  2. Anja sagt:

    Ich war­te auch erst­mal ab, ob ich ein Le­se­pro­ben­heft fin­de.
    — Akos Do­ma hat u.a. Sán­dor Márai und Pé­ter Nádas über­setzt, von dem ha­be ich noch nie ge­hört.
    — Rein­hard Kai­ser-Mühle­cker scheint so ein „Viel Lob, we­nig Le­ser” Au­tor zu sein, der hat ei­ne el­len­lan­ge Lis­te mit Li­te­ra­tur­prei­sen aus den letz­ten Jah­ren
    — Kat­ja Lan­gen-Mül­ler Ich hab vor über 10 Jah­ren „Bahn­hof Ber­lin” ge­le­sen und er­in­ne­re mich an nichts. Wahr­schein­lich ein Kauf vom Re­mit­ten­den­tisch
    — An­dré Ku­bic­zek „Jun­ge Ta­len­te” fand ich klas­se, aber nach „Die Gu­ten und die Bö­sen” (2003) hat­te da­nach kei­ne Lust auf mehr. Al­le Fi­gu­ren ha­ben doo­fe Na­men in dem Buch, so­gar der Ka­na­ri­en­vo­gel.
    — Dag­mar Leu­pold: Ich bin seit Jah­ren Fan, auch wenn ich mit „Un­ter der Hand” nicht viel an­fan­gen konn­te

  3. Atalante sagt:

    Zu­nächst wer­de ich mich mal den in­ter­es­san­ten Ti­teln mei­ner Lis­te wid­men. Tho­mas Lan­ges Hes­se-Ro­man und der neue Ge­n­azi­no lie­gen schon be­reit.
    Von der of­fi­zi­el­len Lis­te fin­de ich Lan­ge-Mül­ler, de­ren „Du stirbst nicht” mir gut ge­fiel, in­ter­es­sant. Mit Kai­ser-Mühle­cker geht es mir ähn­lich wie Dir, An­ja, schon sehr viel Lob ge­hört -Da­nie­la schwärm­te re­gel­mä­ßig auf der Le­se­lust von ihm- aber noch kei­ne Zei­le ge­le­sen. Das wer­de ich än­dern. Wei­den­hol­zer ist al­lei­ne durch den Ti­tel sehr ver­füh­re­risch und ei­nen Dan­te-Ro­man le­se ich so­wie­so. Nä­he­res wer­den die Le­se­pro­ben zei­gen.

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