Auf zu den Erbseninseln

Doris Brockmann entdeckt das kleinste Archipel Europas, die Erbseninseln

erbseninseln

 

„Die Insel Græsholm macht ihrem Namen wenig Ehre. Wo einst sattes Grasgrün leuchtete, beleidigt nun gesättigtes Cremeweiß den Blick des Naturfreundes. Schuld sind die Vögel! Die gefiederten Nichtsnutze! Eigentlich könnten sie von Nutzen sein. Aus ihren sämigen Exkrementen ließe sich 1-a-Guano gewinnen, zur Freude der Landwirte und der Sprengstoffhersteller. Die einen hätten prima Dünger, die anderen prima Salpeter zum Bombenbauen. Aber nein. Die Vögel wollen unter sich bleiben,…“

 

 

Wollen wir den nächsten Urlaub nicht mal auf einer Insel verbringen?

Wenn sie für einen Spaziergang groß genug ist, wenn sie Küche und Kultur hat, warum nicht? Wo liegt sie denn?

In Dänemark.

Oh je, da waren wir doch oft genug. Den Wein muss man einschmuggeln und die Kultur suchen. Welche Insel meinst Du überhaupt?

Die Erbseninseln.

Was? Wo liegen die denn? Wie kommst Du überhaupt darauf?

Die Frau Brockmann hat über sie geschrieben.

Aha, wahrscheinlich auf ihrem Blog darüber gelästert, so wie über die Ex vom Ex-Winkaugust?

Mitnichten. Ein Buch ist’s, ein Reiseführer, eigenwillig natürlich, du kennst ja die Doris. Und vom Format ähnlich wie diese kleinste Inselgruppe Europas.

Zeig’ mal her, aha, und grau wie Dänemark im Regen. Wahrscheinlich auch ebenso öd, oder?

Du hast ja keine Ahnung. Archäologie und Geschichte, Fische und Vögel, Königs und Kunst. Es ist alles dabei, vor Ort wie im Buch.

Das übliche Reiseführereinerlei.

Eben nicht. Brockmann beginnt bei Alpha und Omega, besser Æ und Ø, und erzählt wie Gott mit der Erbsensuppe….

Ach, hör’ doch auf!

Sogar Zar und Preußenkönig hatten auf den Inseln ein geheimes Treffen.

Woher will sie das denn wissen?

Aus einem Archiv, nehme ich an. Irgendwo wird sie den Rapport von diesem Freyherrn von Münchirgendwas gefunden haben.

Gut und schön, liegt aber lange zurück. Doch was machen wir dort? Endlich Proust zu Ende lesen?

Auf den Festungsmauern spazieren und Vögel beobachten. Oder in den Felsspalten nach Schätzen suchen.

Und wenn wir Hunger kriegen, müssen wir uns den Fisch selbst angeln? Oder eine fiese Medister essen?

Ach, die setzt man in Dänemark doch keinem Hund mehr vor. Auf den Erbseninseln gibt’s übrigens keine, Hunde meine ich, aber ein Gasthaus.

Lass’ mich raten, dessen Spezialität Erbsensuppe ist.

Schlaukopf! Komm lass’ sie uns versuchen.

Okay, aber den Rotwein besorgst du.

Wann die Beiden die Inseln besuchen werden, steht auf einem anderen Blatt. Doris Brockmanns phantasievolle Passagen, illustriert von Wolfgang Gosch und fadengebunden vorgelegt von der Wiener Edition Krill, laden dazu ein.

Doris Brockmann, Die Erbseninseln, Edition Krill, 1. Aufl. 2014
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2 Responses to Auf zu den Erbseninseln

  1. Wenn die Beiden dann tatsächlich die Inseln besuchen, schreiben Sie mir bestimmt eine schöne Ansichtskarte. Hui.

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