Sushi Murakami — Absolution

Das 17. Kapitel

FotoDie bei­den setz­ten sich wie­der an den Tisch und er­zähl­ten ein­an­der, was sie auf dem Her­zen hat­ten. Das meis­te da­von stau­te sich seit Lan­gem (sic!) un­aus­ge­spro­chen ir­gend­wo in den Tie­fen ih­rer See­len. Sie ho­ben die De­ckel, die ih­re Her­zen ver­schlos­sen, stie­ßen die Tü­ren der Er­in­ne­rung auf und öff­ne­ten sich ei­ner dem an­de­ren.“

Mit er­bau­li­cher Be­kennt­nis­pro­sa kün­det sich die Auf­de­ckung der letz­ten Ge­heim­nis­se an.

Eri ge­steht, daß der Wunsch vor Yu­zu zu flie­hen, sie zur Töp­fe­rei und in die Ar­me ei­nes Fin­nen ge­trie­ben hat­te. Ob­wohl sie da­durch Ja­pan als Ort des trau­ma­ti­schen Ge­sche­hens den Rü­cken keh­ren konn­te, bleibt das Ge­fühl der Schuld am Tod Yu­zus wie an der Ver­dam­mung des Freunds be­stehen. Tsuku­ru ver­gibt ihr. Er, der „die Fä­hig­keit (hat), nachts al­lein auf dem Meer zu trei­ben, oh­ne un­ter­zu­ge­hen“, ver­weist auf das Schick­sal. Al­les sei vor­her­be­stimmt. So scheint die Fra­ge, ob aus ihm und Eri ein Paar hät­te wer­den kön­nen, zwar mü­ßig, an­de­rer­seits führt sie den Er­zähl­fa­den zu Tsuku­rus Träu­men und ei­ner even­tu­el­len Par­al­lel­welt. Dort könn­te, denkt Tsuku­ru, „ein Teil von ihm, über den er kei­ne Kon­trol­le hat­te“ Yu­zu ver­ge­wal­tigt und er­mor­det ha­ben. Spielt ihm sein Un­be­wuss­tes ei­nen Streich? Oder wir­ken te­le­pa­thi­sche Kräf­te ei­ner ge­mein­sa­men De­pres­si­on?

Tsuku­ru wie Eri be­ken­nen sich schul­dig an Yu­zus Tod und die fin­ni­schen Vö­gel ver­ge­ben.

Nach so­viel Trost wech­selt ab­rupt das Su­jet. Akas Fir­ma, de­ren Zie­le sie du­bi­os fin­den, steht nun im Mit­tel­punkt ih­res Ge­sprächs. Eri hält es dem ent­frem­de­ten Freund al­ler­dings zu Gu­te, daß er ei­nen Teil sei­nes Ge­winns an­onym der Som­mer­schu­le spen­det. „Aka ist wirk­lich kein schlech­ter Mensch. Er tut nur so.“ Auch Au­to­händ­ler Ao ha­be, so Eri, „noch im­mer ein rei­nes Herz.“

Nach­dem auch die­se dunk­len Wölk­chen er­folg­reich ver­trie­ben wur­den, bleibt Tsuku­ru nur von sei­nem Kum­mer mit Sa­ra zu be­rich­ten. Eri er­mu­tigt ihn, sich selbst an­zu­neh­men und Sa­ra ge­gen­über auf­rich­tig zu sein. „Sein Herz zu öff­nen ist im­mer das Bes­te.“ Mit ei­nem Sinn­spruch über die Ver­gäng­lich­keit ent­lässt Eri Tsuku­ru in sei­ne Zu­kunft, die ihn vor­bei an bö­sen Ko­bol­den zum ei­si­gen Erd­klum­pen in sei­nem In­ne­ren führt.

Weis­heit: „Sein Herz zu öff­nen ist im­mer das Bes­te.“

Cliff­han­ger: „ Er hoff­te von gan­zem Her­zen, dass er auf dem Rück­weg nach Hel­sin­ki nicht von Eris bö­sen Ko­bol­den im Wald ge­schnappt wer­den wür­de. Mehr als hof­fen konn­te er im Au­gen­blick nicht.“

 

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