TddL 18 – Raphaela Edelbauer, Martina Clavadetscher, Stephan Lohse, Anna Stern, Joshua Groß

Von Folter an Mensch und Natur, der Metamorphose einer Störschneiderin, einem weißen Schwarzen, einem Unglück und zu viel Dissonanz

Der Vormittag des 1. Wettbewerbstages hinterlässt einen harmonischen Eindruck, ungewohnt für mich, die ich nach zwei Jahren Pause endlich wieder Zeit habe, die Lesungen und Diskussionen zu verfolgen. Ja, ja, früher war mehr Disput, Geplänkel und Gemecker unter den Kritikern und zu den Texten. Aber auch mehr Humor. Heute gibt es neue Köpfe, neue Konstellationen, und eindeutig eine andere Art mit mangelndem Konsens und Konflikten umzugehen. Was nicht in allem schlecht ist. Vielleicht lag es auch einfach an den drei ersten Texten des Wettbewerbs. Keiner ließ mich abschweifen. Die beiden ersten gefielen mir sogar ausgesprochen gut.

Den Anfang machte Raphaela Edelbauer. Als einzige Österreicherin ist ihr die Startposition zu Recht zugefallen. Zu fürchten braucht sie sie nicht, denn ihr Text ist interessant und gut erzählt.

Das Loch“ handelt von den Zerstörungen, die ein Bergwerk anrichtet und angerichtet hat. Dass Edelbauer keine schöne Geschichte erzählen will, wird klar, als sie die Anfänge des Bergwerks im Jahr 1890 schildert. Pferde mussten geblendet werden, um unter Tage zu arbeiten. Die Grausamkeiten „TddL 18 – Raphaela Edelbauer, Martina Clavadetscher, Stephan Lohse, Anna Stern, Joshua Groß“ weiterlesen

Bereit für Bachmann — TddL 2018

Feridun Zaimoglu, selbst Preisträger des Jahres 2003, eröffnet heute Abend den 42. Bachmannpreis-Bewerb mit einer Rede. Ihr Titel, „Der Wert der Worte“, scheint angesichts aktueller Politikwirren äußerst passend. Doch in den nächsten vier Tagen des Wettbewerb zu Ehren von Ingeborg Bachmann werden 14 Schriftsteller vorrangig am literarischen Wert ihrer Worte gemessen.

Dies beurteilt eine Jury aus nach wie vor sieben Mitgliedern. Hildegard Elisabeth Keller, die aus dem Schweizer Literaturclub bekannte Professorin ist am längsten dabei. Ein JAhr voraus hat sie Hubert Winkels, seit 2010 Juror dabei ist und seit 2015 den Vorsitz führt. In der Chronologie folgen Klaus Kastberger, Literaturprofessor in Graz, und der „aus der Schweiz eingewanderte“ „Bereit für Bachmann — TddL 2018“ weiterlesen