Deutscher Buchpreis 2011 — Die Longlist

Die Jagd beginnt

Zum sieb­ten Mal wird in die­sem Jahr der Deut­sche Buch­preis ver­lie­hen. Er gilt dem Ro­man, dem man den größ­ten Pu­bli­kums­er­folg wünscht. Durch­aus als Mar­ke­ting­maß­nah­me er­dacht soll die­ser Preis den li­te­ra­ri­schen deut­schen Buch­markt be­le­ben. Den Le­sern wird so jen­seits der Best­sel­ler­türm­chen ein In­di­ka­tor ge­bo­ten, der ih­nen den Weg zum Gu­ten Buch weist. Seit Au­gust 2005 er­stellt ei­ne wech­seln­de, aber im­mer sie­ben­köp­fi­ge Ju­ry zu­nächst ei­ne Long­list, die ei­nen Mo­nat spä­ter auf ei­ne Short­list von sechs Ti­teln ein­ge­dampft wird. Der Ge­win­ner wird pünkt­lich zur Frank­fur­ter Buch­mes­se ver­kün­det.

Die zwan­zig im Au­gust no­mi­nier­ten Ti­tel wer­den in ei­nem Le­se­buch den po­ten­ti­el­len Käu­fern und Le­sern vor­ge­stellt. Die­ses Heft soll­te der Buch­han­del sei­ner wer­ten Kund­schaft of­fe­rie­ren. Doch in den An­fangs­jah­ren ge­stal­te­te sich die Su­che nach die­sen Le­se­pro­ben zu ei­ner wah­ren Jagd. Selt­sam, denn die­ser Preis ist doch ganz zum Zwe­cke des Li­te­ra­tur­kon­sums er­dacht. In vie­len Buch­hand­lun­gen fan­den sich je­doch we­der ne­ben der Kas­se ei­nes die­ser Heft­chen noch auf ei­nem Son­der­tisch die No­mi­nier­ten. Da­für stieß man, nicht nur im ers­ten, son­dern auch im zwei­ten, drit­ten, vier­ten, fünf­ten und sechs­ten Jahr re­gel­mä­ßig auf ver­ständ­nis­lo­se Ge­sich­ter. Der Preis mit­samt sei­nem Heft war nicht nur in klei­nen Pro­vinz­buch­hand­lun­gen un­be­kannt. Nein, auch in den sich selbst als Li­te­ra­tur­hand­lun­gen be­ti­teln­den Lä­den in Karls­ru­he und Hei­del­berg war au­ßer er­staun­ten Bli­cken nicht viel zu er­gat­tern. Die Li­te­ra­tur­jä­ge­rin fand den­noch ihr Wild und das aus­ge­rech­net im Mu­sen­hain. Die Tha­lia­fi­lia­len in Karls­ru­he, Mann­heim, Hei­del­berg hat­ten nicht nur das be­gehr­te Ob­jekt, son­dern un­er­war­te­ter­wei­se auch Ah­nung von der Sa­che. Un­glaub­lich, aber wahr.

Im letz­tem Jahr stan­den die Le­se­pro­ben als frei­es Down­load auf Libre­ka zur Ver­fü­gung. Trotz­dem wer­de ich wie­der im Jagd­fie­ber sein. Wer weiß, viel­leicht kom­me ich dies­mal auch ganz oh­ne Pfer­de­stär­ken zu mei­nem Schuss in der klei­nen, aber fei­nen Dorf­buch­hand­lung.

Und hier die dies­jäh­ri­gen No­mi­nie­run­gen:

•   Vol­ker Har­ry Alt­was­ser, Letz­te Fi­scher (Mat­thes und Seitz Ber­lin, Sep­tem­ber 2011)

•   Jan Brandt, Ge­gen die Welt  (Du­Mont, Au­gust 2011)

•   Mi­cha­el Bu­sel­mei­er, Wun­sie­del(Das Wun­der­horn, März 2011)

•   Alex Ca­pus, Lé­on und Loui­se (Han­ser, Fe­bru­ar 2011)

•   Wil­helm Ge­n­azi­no, Wenn wir Tie­re wä­ren (Han­ser, Ju­li 2011)

•   Na­vid Ker­ma­ni, Dein Na­me (Han­ser, Au­gust 2011)

•   Es­ther Kin­sky, Ba­nats­ko (Mat­thes und Seitz Ber­lin, Ja­nu­ar 2011)

•   An­ge­li­ka Klüs­sen­dorf, Das Mäd­chen (Kie­pen­heu­er & Witsch, Au­gust 2011)

•   Do­ris Knecht, Gru­ber geht (Rowohlt.Berlin, März 2011)

•   Pe­ter Kurz­eck, Vor­abend(Stro­em­feld, März 2011)

•   Lud­wig La­her, Ver­fah­ren (Hay­mon, Fe­bru­ar 2011)

•   Si­byl­le Le­wit­schar­off, Blu­men­berg (Suhr­kamp, Sep­tem­ber 2011)

•   Tho­mas Mel­le, Sicks­ter (Rowohlt.Berlin, Sep­tem­ber 2011)

•   Klaus Mo­dick, Sun­set (Eich­born, Fe­bru­ar 2011)

•   As­trid Ro­sen­feld, Adams Er­be (Dio­ge­nes, Fe­bru­ar 2011)

•   Eu­gen Ru­ge, In Zei­ten des ab­neh­men­den Lichts (Ro­wohlt, Sep­tem­ber 2011)

•   Ju­dith Schalan­sky, Der Hals der Gi­raf­fe (Suhr­kamp, Sep­tem­ber 2011)

•   Jens Stei­ner, Ha­sen­le­ben (Dör­le­mann, Fe­bru­ar 2011)

•   Mar­le­ne Stree­ru­witz, Die Schmerz­ma­che­rin (S. Fi­scher, Sep­tem­ber 2011)

•   Ant­je Rávic Stru­bel, Sturz der Ta­ge in die Nacht (S. Fi­scher, Au­gust 2011)

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