Ghostbusters

Christine Wunnicke lässt in ihrer Wissenschaftssatire „Katie“ Empirie gegen Esoterik antreten

Der Schrank war ihr Hei­lig­tum, ihr Ar­beits­platz, das Zen­trum ih­res Ruhms. Am Schrank hing al­les. Der Schrank war der Grund, war­um Flo­rence zu Mut­ters gro­ßer Qual nie mehr im Sa­lon und nur stets im Wohn­zim­mer emp­fing. In den Schrank trat sie hin­ein, wenn die Gäs­te be­reit­sa­ßen, hier ließ sie sich fes­seln und noch ein­mal fes­seln, ih­re Zöp­fe an die Wand­ha­ken bin­den, ih­ren Kopf in Tü­cher und Schals wi­ckeln, bis sie kaum noch Luft be­kam. Hier hauch­te sie ihr „fes­ter, fes­ter”, wenn man zim­per­lich mit ihr um­ging, was man lei­der oft tat, vor lau­ter Re­spekt. Hier ver­harr­te sie schwei­gend, zu­wei­len auch lei­se seuf­zend, wäh­rend Mut­ter drau­ßen den Hym­nen­ge­sang an­lei­te­te, und war­te­te.“

Seit Men­schen­ge­den­ken ist der Geis­ter­glau­be ein Pro­dukt des Ha­derns mit der Ver­gäng­lich­keit al­les Ir­di­schen. Aus dem Wunsch mit dem Jen­seits und den To­ten in Kon­takt zu tre­ten ent­wi­ckel­te sich im 19. Jahr­hun­dert ein re­gel­rech­ten Boom, der Spi­ri­tis­mus. Aus­ge­löst wur­de er durch Er­eig­nis­se, wie die Klopf-Kom­mu­ni­ka­ti­on mit ei­nem Er­mor­de­ten, die Fa­mi­lie Fox in ih­rem Haus in Hydes­vil­le trieb und die 1848 „Ghost­bus­ters“ wei­ter­le­sen