Blogger, wie hältst Du’s mit der Korrektur?

Fehlerteufel vermelden — Pflicht oder Fauxpas?

Im Ge­mein­de­bo­ten un­se­res Städt­chens fin­det sich der vom Ver­lag ein­ge­füg­te Satz „Wer Feh­ler­teu­fel ent­deckt, darf sie ger­ne be­hal­ten“. Doch wer möch­te Feh­ler, ge­tipp­te oder ge­dach­te, tat­säch­lich be­hal­ten? Das Blätt­le wird ge­blät­tert, meist nur ein ein­zi­ges Mal, aber wie sieht es bei Druckerzeug­nis­sen oder eWer­ken aus, die län­ge­ren Be­stand an­stre­ben? Soll­te man die­sen die Chan­ce zur Ver­bes­se­rung vor­ent­hal­ten?

Als Ver­fas­se­rin ei­ge­ner Tex­te, nicht zu­letzt die­ses Blogs, weiß ich, wie schnell al­lei­ne die prak­ti­sche Er­fin­dung von co­py & pas­te zu Sinn­ent­stel­lun­gen füh­ren kann, von Tipp- und an­de­ren Feh­lern ganz zu schwei­gen. Doch wie ge­he ich da­mit um?

Als Au­torin kor­ri­gie­re ich be­schämt und so­fort, wenn mir in ei­nem ab­ge­han­ge­nen Text der Feh­ler­teu­fel ent­ge­gen grinst, ver­wun­dert, daß mich noch nie­mand dar­auf hin­ge­wie­sen hat.

Als Le­ser oder Durch­blät­te­rer stört er mich höchs­tens, löst aber kei­ne wei­ter­ge­hen­de Re­ak­ti­on aus. Ich kä­me nie auf den Ge­dan­ken dem Blätt­le ei­nen Brief zu schrei­ben.

Als Blog­ge­rin, die viel­leicht so­gar ein Re­zen­si­ons­ex­em­plar ge­le­sen hat, füh­le ich mich hin­ge­gen ge­neigt zur Ver­bes­se­rung bei­zu­tra­gen. Das führt nicht so­weit, daß ich dem Ver­lag ein Feh­ler­ver­zeich­nis sen­de, bei Self-Pu­blis­hern reizt mich dies schon.

Ich le­se Ro­ma­ne nicht mit Kor­rek­tur­blick, bin we­der Deutsch­leh­re­rin noch Lek­to­rin. Aber man­che Feh­ler fal­len ein­fach auf, be­son­ders die in­halt­li­chen, die sich ger­ne im Be­reich von My­tho­lo­gie und Ge­schich­te tum­meln. Oder soll­te der Li­te­ra­tur­blog­ger schwei­gen, wenn aus Her­mann ein Etrus­ker wird und aus der Me­du­sa ei­ne Me­dea? Die Ver­la­ge schwei­gen, die Self-Pu­blis­her schwei­gen, kei­ne Re­ak­ti­on, we­der dank­bar noch em­pört.

Wie hal­tet ihr, lie­be Blog­ger­kol­le­gen, die Sa­che? Macht ihr Au­toren oder Ver­la­ge auf Feh­ler auf­merk­sam? Emp­fehlt ihr ein er­neu­tes Lek­to­rat oder ei­nen Blick in den Hun­ger? Oder be­vor­zugt ihr dis­kre­tes Schwei­gen?