Nachtrag zu Angelika Meier, Heimlich, heimlich mich vergiss

Angelika Meier verwendet in ihrem Roman Heimlich, heimlich mich vergiss viele Zitate und Verweise, die durch ihr kursives Schriftbild hervorgehoben sind. Leider besitzt das Buch keinen Anhang mit Erläuterungen. Manche Zitate lassen sich ohne Weiteres zuordnen, bei anderen hilft die Recherche.

Für alle Leser, die ebenso neugierig wie ich sind, habe ich ein kleines Verzeichnis längst nicht aller Verweise zusammengestellt.

Wer dieses ergänzen möchte, ist zu einem Kommentar eingeladen.

Verzeichnis:

I’vee come to hate my body

And all tha it requires in this world

I’d like to know completely

What others so discreetly talk about

Velvet Underground, Candy Says

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Alles schweigt;

Nur das Schwarze Meer rauscht.

Alles ist klar, alles ist weiß ringsum.

 

Schön bist du, Tauriens Gestade,

wenn vor dem Schiff im Morgenstrahl

du aufsteigst aus dem Meerespfade,

wie ich dich sah zum erstenmal.

Alexander Sergejewitsch Puschkin

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Man bittet stets um Vergebung, wenn man schreibt.

Jacques Derrida

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Unter dem Blick Deiner Augen bin ich mir zur Frage geworden, und das ist mein Elend.

Ich will nachlaufen dieser Stimme, bis ich dich fassen kann.

Gib mir Keuschheit und Enthaltsamkeit, nur gib sie nicht schon jetzt.

Deshalb hatte ich Streit mit mir und spaltete mich von mir.

Nimm es, lies es!

Abscheulich war sie, und ich liebte sie; ich liebte es zu verkommen, ich liebte meine Sünde: nicht das, wonach ich in der Sünde griff, sondern mein Sündigen selbst.

…meinem Angesicht gegenüber, damit ich sähe, wie hässlich ich sei, wie verkrüppelt und schmutzig, voll Sudel und Geschwür. Und ich sah es und schauderte, und es war nicht, wohin ich hätte vor mir fliehen können. Und wenn ich versuchte, den Anblick von mir abzuschlagen: Du stelltest mich abermals gegen mich und drängtest mich meinen Augen auf, damit ich meine Schuld erkennen und hassen sollte.

Denn dies war des Ganzen Sinn: Nichtwollen sollte ich, was ich wollte und wollen, was du wolltest.

Wohin aber soll mein Herz fliehen vor dem eigenen Herzen.

Augustinus, Confessiones

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Die Wassernot lehrt zaubern und beten.

Aby Warburg

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What a difference a day made

Twenty-four little hours

And that difference is you

Stanley Adams

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Wie ist die Welt so stille,

Und in der Dämmerung Hülle

So traulich und so hold!

Als eine stille Kammer,

Wo ihr des Tages Jammer

Verschlafen und vergessen sollt.

Matthias Claudius, Abendlied

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Weh mir, ich bin eine Nuance

Friedrich Nietzsche

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Eine Trägheit, eine Schwerbeweglichkeit der Libido, die ihre Fixierungen nicht verlassen will, kann uns nicht willkommen sein.

Sigmund Freud

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Kill your idols

Kill your idols

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Wer immer strebend sich bemüht, den werde ich auch (nicht) erlösen.

Johann Wolfgang von Goethe, Faust

Dr. Erleking – Erlkönig

Johann Wolfgang von Goethe, Erlkönig

Gen Italien, Genitalien

Goethekalauer von Arno Schmidt

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Jeder ist eine Insel

Matthew Arnold, To Marguerite

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Zerfallen ist die Rinde, die mich trug.

Panzerung und Adlerflug

Manchmal rauscht es: wenn du zerbrochen bist.

Eine Hingebung trat in ihn, ein Verlust von letzten Rechten, still bot er die Stirn, laut klaffte ihr Blut.

Gottfried Benn, Gehirne

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Evelyn

Als Männername, vielleicht ein Bezug auf den Zyniker und Schriftsteller Evelyn Waugh (1903-1966), der in seinem Werk die Sinnlosigkeit des menschlichen Handelns vertritt.

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Talking cure

Gesprächstherapie gegen die Hysterie, urspr. angewandt von Josef Breuer während der Behandlung seiner Patientin Anna O., Weiterentwicklung durch Sigmund Freud

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Le mieux est l’ennemi du bien

Voltaire, Philosophisches Taschenwörterbuch, Übers. d. italienischen Sprichworst „Il meglio è l’inimico del bene“ (Das/der Bessere ist der Feind des Guten)

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Fetischcharakter

Karl Marx

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Nachgiebige Mitte in mir, Kern voll Schwäche, der nicht sein Fruchtfleisch enthält.

Und hob sich auf und konnte nicht mehr sein.

Rainer Maria Rilke, Narziss

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Cells that fire togehter, wire togehter.

Donald Olding Hebb

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And it burns, burns, burns, the ring of fire, the ring of fire

Johnny Cash

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