Gemeinsam anders

Wir sagen uns Dunkles“ — Helmut Böttigers aufschlussreiche Analyse der Beziehung Bachmann-Celan

Ich habe einen Mann gekannt, der hieß Hans, und er war anders als alle anderen. Noch einen kannte ich, der war auch anders als alle anderen. Dann einen, der war ganz anders als alle anderen und er hieß Hans, ich liebte ihn.“ 

Diese Zeilen in Ingeborgs Bachmanns Erzählung „Undine geht“ weisen auf die großen Lieben der Autorin hin, Hans Weigel, Paul Celan und Hans Werner Henze. Ihnen räumt auch Helmut Böttiger in seinem neuen Buch „Wir sagen uns Dunkles“ einen Platz ein. Das Ergebnis von Böttingers vielfältigen Analysen zeigt allerdings, daß Paul Celan, der Mittlere in Bachmanns Zitat, wie kein anderer die Frau und die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann prägte et vice versa.

Helmut Böttiger, Literaturkritiker und Verfasser mehrerer Werke zur deutschsprachigen Nachkriegsliteratur, widmet sich in seiner neuesten Studie der Beziehung von Ingeborg Bachmann und Paul Celan. Er beleuchtet darin die Stationen ihrer Vita als Liebende wie als Schriftsteller, ihre gegenseitige Beeinflussung und die Auswirkung auf ihre Literatur. Die, so zeigt Böttiger, oftmals in Chiffren Reaktionen auf die Äußerungen des „Gemeinsam anders“ weiterlesen

Vom Ende der Welt nach Arkadien

In „Wohin mit mir“ erinnert Sigrid Damm an ihre Entdeckung des Südens

dammIm hohen Norden fühle ich mich sofort auf mein ganzes Leben beruhigt, bin mitten im Leben, mitten in dieser Unendlichkeit, hier aber, in Rom, empfinde ich mich am äußersten Rand einer begrabenen Zeit.“

Wohin mit mir“, dieser Titel erinnert an frauenbewegte Selbstfindungsliteratur der Achtziger Jahre, derartiges klingt in diesem römischen Reisebuch durchaus an. Die aus der DDR stammende Autorin Sigrid Damm wurde mit Büchern über historische Persönlichkeiten der deutschen Literatur bekannt, vor allem mit ihrem 1998 erschienen Titel „Christiane und Goethe“.

Die Fertigstellung dieses Werkes liegt 1999 gerade ein Jahr hinter ihr und sie plant bereits ein neues Projekt. In ihrer neuen Wahlheimat Nordschweden will sie zusammen mit ihren beiden Söhnen ein Buch über Lappland schreiben, da erhält sie ein Stipendium der Casa di Goethe.

Ein halbes Jahr in Rom, größer könnte der Gegensatz zu ihren jetzigen Lebensumständen nicht sein. Er offenbart sich auch in ihren Erwartungen und in den ersten „Vom Ende der Welt nach Arkadien“ weiterlesen