Vergiften für Verheiratete

Ein effektives Mittel gegen den Horst in deinem Bett liefert Sara Paborn in „Beim Morden bitte langsam vorgehen“

Gift. Im Schwe­di­schen hat das Wort zwei sehr ver­schie­de­ne Be­deu­tun­gen. Gibt es ei­gent­lich ir­gend­ei­ne an­de­re Spra­che, in der das Wort für Ehe das­sel­be ist wie das für ei­nen ge­sund­heits­schäd­li­chen bis töd­li­chen Stoff?“

Auf der Su­che nach ei­ner Som­mer­lek­tü­re, ei­nem An­ti­dot ge­gen nächt­li­che Glut­hit­ze, stieß ich auf das neu­es­te Werk der schwe­di­schen Au­torin Sa­ra Pa­born. Im Ori­gi­nal trägt es den Ti­tel Bly­bröllop, Blei­hoch­zeit, die wa­cke­re Tra­di­tio­na­lis­ten nach 43 Jah­ren Ehe fei­ern. In der Über­set­zung wur­de dar­aus ei­ne An­wei­sung wie aus dem Koch­buch „Beim Mor­den bit­te lang­sam vor­ge­hen“. Die Le­se­rin ahnt, wor­an sie ist, denkt an „Ar­sen mit Spit­zen­häub­chen“ oder an je­ne fin­di­ge Da­me, die un­lieb­sa­mes Ver­hal­ten stets mit Blau­beer­pud­ding be­lohn­te. Erst vie­le Jah­re und et­li­che Ehe­män­ner spä­ter wur­de die durch­schla­gen­de Kraft ih­res Des­serts ent­deckt und Blau­beer-Ma­rie­chen fand ih­ren Platz in der Lis­te le­gen­dä­rer Mör­de­rin­nen. Pa­borns Blei-Il­se hin­ge­gen kann nur ein sin­gu­lä­res Er­geb­nis vor­wei­sen, doch ih­re Me­tho­de birgt gro­ßes Po­ten­ti­al.

Ei­ne aus­führ­li­che An­lei­tung lie­fert die Hel­din in ih­rem Me­moir, das sie sechs Jah­re nach der Tat hin­ter­lässt. Ein Ge­ständ­nis, das nie in die Hän­de der Kin­der fal­len wird, denn Il­se lebt nach „Ver­gif­ten für Ver­hei­ra­te­te“ wei­ter­le­sen

Lügen machen schöne Beine

Ayelet Gundar-Goshen konstruiert ihren neuen Roman „Die Lügnerin“ nach dem Aschenputtelprinzip

Die Faust­schlä­ge be­ein­druck­ten we­der die bei­den Be­am­ten ihm ge­gen­über noch den Holz­tisch. Der hat­te in sei­nem Le­ben schon so vie­le Hie­be ein­ste­cken müs­sen, mal von den Ver­hör­ten, mal von den Ver­hö­ren­den, dass er seit Lan­gem je­de Hoff­nung auf Ret­tung ver­lo­ren hat­te. Sei­ne Brü­der vom Fließ­band stan­den in öf­fent­li­chen Bü­che­rei­en, bei der Post, ei­ner hat­te es so­gar ins Ein­woh­ner­mel­de­amt ge­schafft, aber die­ses Ex­em­plar hat­te Pech ge­habt und war im Po­li­zei­re­vier an der Haupt­stra­ße ge­lan­det.“

Die 1982 ge­bo­re­ne Is­rae­lin Aye­let Gundar-Gos­hen kennt als Psy­cho­lo­gin das mensch­li­che Ver­hal­ten und die Fall­stri­cke, in die es sich ge­le­gent­lich ver­fängt. Eben­so be­herrscht sie als Dreh­buch­au­torin die Kon­struk­ti­on ei­nes span­nen­den Plots. Be­wie­sen hat sie dies in ih­rem vor­letz­ten Ro­man „Lö­wen we­cken“, der was na­he liegt zur Zeit als TV-Se­rie pro­du­ziert wird. Die­se Kar­rie­re, wenn man es so be­zeich­nen möch­te, könn­te auch dem ak­tu­el­len Werk, Die Lüg­ne­rin“ , be­vor­ste­hen. Das Er­geb­nis wird je­doch bes­ten­falls in der All-Age-Ab­tei­lung zu fin­den sein. Al­ler­dings ist es nicht nur die ju­gend­li­che Haupt­fi­gur, die den Ro­man der gleich­alt­ri­gen Ziel­grup­pe zu­ord­net.

Die 17-jäh­ri­ge Nu­phar, ein von äu­ße­ren wie in­ne­ren Pro­ble­men ge­plag­ter Teen­ager, jobbt in den Fe­ri­en an der Eis­the­ke. Dort muss sie ei­nes Ta­ges nicht nur ih­re ehe­mals bes­te Freun­din und de­ren neue Cli­que der be­lieb­tes­ten Kids der Schu­le be­die­nen. Sie trifft nach die­ser De­mü­ti­gung zu­dem „Lü­gen ma­chen schö­ne Bei­ne“ wei­ter­le­sen