Mit Heilandzack ins Aldilà

Das Pfingstwunder“ — Sibylle Lewitscharoffs persönlich poetische Reise durch Dantes Jenseits

Die Jen­seits­ver­wir­rung ist über mich ge­kom­men in Form ga­lop­pie­ren­der As­so­zia­tio­nen.“

Als im Sep­tem­ber 2016 der sechs­te Ro­man der Büch­ner­preis­trä­ge­rin Si­byl­le Le­wit­schar­off er­schien, zö­ger­te ich ihn zu le­sen, der No­mi­nie­rung für den Deut­schen Buch­prei­ses zum Trotz und ob­wohl mich an­de­re Wer­ke der Schrift­stel­le­rin be­ein­druckt hat­ten. Ei­nen Ro­man über die Di­vina Commedia zu le­sen, das Werk mit dem Dan­te Ali­ghie­ri nicht nur sei­ne Epo­che präg­te, son­dern bis heu­te die ge­sam­te Spra­che und Kul­tur Ita­li­ens, oh­ne die­ses selbst zu ken­nen, schien mir we­nig sinn­voll. Mit Kurt Flaschs über­setz­ter Pro­saver­si­on plan­te ich mich zu prä­pa­rie­ren, doch ei­ne Dis­kus­si­on zwi­schen Le­wit­schar­off und De­nis Scheck, die ich zu­fäl­lig im Ra­dio hör­te, ver­führ­te mich „Das Pfingst­wun­der“ vor­zu­zie­hen. Es ist kein Ro­man, das wird schnell klar, eher ein per­sön­li­cher poe­ti­scher Commedia-Kom­men­tar. Ge­tarnt als Be­richt des Dan­te-Ex­per­ten Ge­org Els­hei­mer, der vor al­lem sich selbst dar­über klar wer­den will, was sich Un­glaub­li­ches beim Dan­te-Kon­gres­ses zu Pfings­ten 2013 im Saal der Mal­te­ser auf dem rö­mi­schen Aven­tin er­eig­ne­te.

Wie­so wur­de er als ein­zi­ger Teil­neh­mer von die­sem Pfingst­wun­der ver­schont oder bes­ser „Mit Hei­land­zack ins Al­di­là“ wei­ter­le­sen

Episodenroman

In Karsten Flohrs Reigen ist der Dackel ein Beagle und Erich ein Hund

Herr Kam­mer­töns hört ihm gar nicht zu. „Und hier!” ruft er, stößt ein gur­geln­des LA­chen aus und we­delt mit der Zei­tung, als wol­le er Sand her­aus­schüt­teln, „Erich ist nur sein Ko­se­na­me! Er heißt Ran­dolph von dem Kne­se­beck. Ein ech­ter Ras­se­hund!”

Wie alt ist er?”, fragt je­mand.
„Elf.”
„Das kann doch nicht sein, dass man jetzt erst da­von er­fährt! Elf Jah­re lang hat die den schon?”“

 

Manch­mal las­se auch ich mich hin­rei­ßen. Mag es am Wet­ter lie­gen oder an an­de­ren Be­find­lich­kei­ten. Als mir „Erich oder: Der Tag, den An­ge­la M. nie ver­ges­sen wird“ des mir bis da­to un­be­kann­ten Au­tors Kars­ten Flohr an­ge­bo­ten wur­de, griff ich zu. Das laut Ver­lags­ver­spre­chen „schrä­ge Buch“, wel­ches noch da­zu vom Hund ei­ner ge­wis­sen An­ge­la M. han­deln soll­te, schür­te in mir die Er­war­tung ei­ner lus­tig-lau­ni­gen Lek­tü­re. Zu­dem, ich ge­be es zu, er­in­ner­te mich die Sil­hou­et­te des Vier­bei­ners an mei­nen schon längst im Hun­de­him­mel kra­kel­en­den Da­ckel. Dass der Co­ver­dog sich im Text dann als „Epi­so­den­ro­man“ wei­ter­le­sen