Weg damit!

Altes aussortiert

20160516_140620_resizedPfings­ten, das lieb­li­che Fest war ge­kom­men!? Ach nee, doch nicht, fal­sches Fest und bei dem strö­men­den Re­gen ist nichts lieb­lich. Was al­so tun? Le­sen! Klar, Le­sen geht im­mer, aber da steht die­ses Re­gal im Na­cken, über­quel­lend von Bü­chern, quer, links, hin­ter- und über­ein­an­der ge­leg­ten und ge­stell­ten. Es mahnt an ein Pro­jekt, wo­zu schon seit ge­rau­mer Zeit Öl und Tü­cher be­reit lie­gen. Nur die Lust nicht. Wä­re ein Spa­zier­gang nicht viel ge­sün­der? Si­cher, aber auch näs­ser. Al­so dann doch! Vor der Ölung, ‑we­nigs­tens ein christ­li­cher Ri­tus soll­te an die­sem Tag drin sein‑, muss erst­mal al­les raus. Bei je­dem Band keh­ren Er­in­ne­run­gen zu­rück. Manch­mal sol­che, die man ger­ne schon längst ver­ges­sen hät­te. Zum Bei­spiel die an die­sen Pro­fes­sor! Und war­um zum Teu­fel darf noch das Buch die­ser Jour­na­lis­tin kost­ba­ren Reg­al­platz be­le­gen, die seit ge­rau­mer Zeit in der Blöd pu­bli­ziert?

Al­so weg da­mit:

Van­ce Pa­ckard, Die ge­hei­men Ver­füh­rer. Ull­stein 1980 – Den im Ori­gi­nal 1957 er­schie­ne­nen Klas­si­ker der Wer­be­psy­cho­lo­gie hat­te ich ger­ne und mit Ver­gnü­gen ge­le­sen. Dem Wer­be­war­ner Pa­ckard hät­te si­cher­lich der kri­ti­sche Ver­brau­cher von heu­te, der Markt­che­cker und „Weg da­mit!“ wei­ter­le­sen

Wie fiktiv alles ist!“

Gaito Gasdanows überkonstruierter Roman „Das Phantom des Alexander Wolf“

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Wie fik­tiv al­les ist!“, sag­te Wolf. „Sie wa­ren über­zeugt, dass Sie mich ge­tö­tet hat­ten, ich war mir si­cher, dass Sie letzt­lich durch mei­ne Schuld um­ge­kom­men wa­ren, und wir hat­ten bei­de nicht recht. (…)“

Gas­danow be­ginnt sei­nen Ro­man Das Phan­tom des Alex­an­der Wolf mit der Schlüs­sel­sze­ne. In ei­nem Som­mer ge­gen En­de des Rus­si­schen Bür­ger­kriegs tref­fen zwei feind­li­che Kämp­fer auf­ein­an­der. Das Pferd des ei­nen wird von ei­nem Schuss nie­der­ge­streckt. Als sein Rei­ter un­ver­letzt auf­steht, sieht er wie der Schüt­ze er­neut das Ge­wehr an­legt. Er zückt sei­ne Pis­to­le zur Ge­gen­wehr und trifft den an­de­ren zu­erst. Töd­lich, wie ihm ein Blick ver­si­chert. We­ni­ge Au­gen­bli­cke spä­ter hört er Wei­te­re her­an­na­hen und flieht auf dem Schim­mel des Ge­tö­te­ten.

 

Zu der Zeit, als das ge­schah, war ich 16 Jah­re –so­mit war die­ser Mord der Be­ginn mei­nes selb­stän­di­gen Le­bens, und ich bin mir nicht si­cher, ob er nicht un­will­kür­lich al­les ge­prägt hat, was zu er­fah­ren und zu er­bli­cken mir spä­ter be­schie­den war.

Jah­re spä­ter, er lebt in­zwi­schen in Pa­ris und schreibt für die Zei­tung, stößt der Er­zäh­ler auf ei­ne Ge­schich­te, die de­tail­liert die Schuss­sze­ne wie­der­gibt. Au­tors des Ban­des ist ein ge­wis­ser Alex­an­der Wolf, Wie fik­tiv al­les ist!““ wei­ter­le­sen