Stauräume der Vergangenheit“

Richard Fords Frank in Zeiten des Hurrikans

Ford_24923_MR.inddDie starke Hand eines ordentlichen Hurrikans hat etwas für sich, sie macht dem Leben unsanft klar, wie relativ alles ist.

Als Frank vor den Überresten seines einstigen Hauses steht, fällt sein Blick in den Keller. Er ist vollkommen leer, all das Gerümpel, „Kisten über Kisten voll Zeug, das man vor Jahrzehnten hätte wegschmeißen sollen – ist hochgesaugt und weggeblasen worden“. Hell scheint das Licht in die dunklen „Stauräume der Vergangenheit“, die Gespenster sind verscheucht, Verdrängtes kommt nach oben. Dabei können Keller auch wertsteigernd sein, wie der Immobilienmakler Frank weiß. Ausgebaut dienen die Bastelbastionen Familienvätern als Rückzug und als Zuflucht falls das Ehebett zu eng wird. Im neuen Buch Frank“ von Richard Ford spielen Keller eine besondere Rolle.

Frank Bascombe, bekannt aus Richard Fords Romanen Der Sportreporter, Unabhängigkeitstag und Die Lage des Landes ist wie sein Autor älter geworden. Mit 68 Jahren und zum zweiten Mal verheiratet lebt Frank mit seiner Frau Sally wieder in Haddam. Vor einigen Jahren ist der Immobilienmakler aus Stauräume der Vergangenheit““ weiterlesen

Nach dem Tod nun die Liebe

Die Liebenden von Mantua“ — Ralph Dutlis wort- und wissensreiche Weberei über die Liebe

dutli mantuaVielleicht war es ein religiöses Märchen, vielleicht –ein jungsteinzeitlicher Opernstoff. Du hauchst auf das Glas, meinetwegen auf das gläserne Gebilde des Romans, diesen schmucklosen Schaukasten, dieses Kristallhaus oder casa di cristallo, um deine flüchtige Spur zu hinterlassen. Es ist zerbrechlich, es ist durchsichtig. Alles ist einmalig, alles ist zweimalig meinetwegen durch die Schrift.“

Märchenhaft wie die Wendungen ist bisweilen der Ton in Ralph Dutlis Roman „Die Liebenden von Mantua“. Der Titel klingt nach Oper, deren Zutaten Liebe, Tod und Glauben folgerichtig in Italien inszeniert werden. Dort, in der Renaissancestadt Mantua, erweckt Dutli Artefakte und Relikte zu Protagonisten seiner Phantasie.

Allen voran ein neolithischer Grabfund, das Skelett einer Frau und das eines Mannes. Als die Archäologen sie im Jahr 2007 in Valdaro freilegen, verbreitet die Sensation das Paar unter dem Namen „Die Liebenden von Mantua“. Sie erreicht auch Manu, den Schriftsteller, der im Mai 2013 auf der Suche nach einem neuen „Nach dem Tod nun die Liebe“ weiterlesen