Träume im Jardin caché

Erwin Uhrmanns Endzeitroman „ Ich bin die Zukunft“ beeindruckt mit suggestiven Beschreibungen und Gegenwartskunst

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Un­ter die­ser Hit­ze, ist sie schon in den Kno­chen, im Mark, vor der es kaum mehr ei­nen Schutz gibt, kei­nen Kel­ler, kei­nen Ver­schlag, kein Loch, nichts, ver­färbt und ver­wit­tert die Land­schaft, ver­gilbt und ver­kohlt. In den Ge­bir­gen, den Hoch­t­ä­lern, den Fal­te an Fal­te lie­gen­den Berg­rü­cken, gibt es küh­le Stel­len, gibt es Schutz, na­he den Schnee­fel­dern, an Was­ser­lö­chern, in zwi­schen den Wän­den ge­le­ge­nen Schat­ten­kä­fi­gen, un­ter Über­hän­gen und in Höh­len.”

Dys­to­pien die­nen oft als Mah­ner. Sie über­zeich­nen ak­tu­el­le Ent­wick­lun­gen in Ge­sell­schaft, Po­li­tik und Um­welt. Ti­tel der jüngs­ten Zeit wid­men sich den Ge­fah­ren der Di­gi­ta­li­sie­rung, man den­ke an Da­ve Eg­gers Der Cir­cle, den man durch­aus in der Fol­ge von Or­wells 1984 se­hen könn­te. Doch auch Na­tur­ka­ta­stro­phen oder ex­tra­ter­res­tri­sche Be­dro­hung eig­nen sich her­vor­ra­gend zur Kri­se. Die­ser be­geg­net oft ein Ein­zel­ner, der um sein Über­le­ben in ei­ner Welt kämpft, de­ren in­ne­re und äu­ße­re Res­sour­cen all­mäh­lich zu Grun­de ge­hen.

Im vor­lie­gen­den neu­en Ro­man des Ös­ter­rei­chers Er­win Uhr­mann mit dem an­schei­nend le­bens­be­ja­hen­den Ti­tel Ich bin die Zu­kunft bahnt sich die Ka­ta­stro­phe erst an. Uhr­mann schil­dert „Träu­me im Jar­din caché“ wei­ter­le­sen

Maria will kein Puppenheim

Stephan Thome erzählt nach Hartmuts Fliehkräfte(n) nun von Marias Gegenspiel

GegenspielDu wirst es nicht hö­ren wol­len, aber in ei­ner Ehe re­det man nicht über das Wich­ti­ge. Man re­det ein­fach, über al­les Mög­li­che. So über­zeugt man sich da­von, dass das, wor­über nicht ge­re­det wird, auch nicht wich­tig sein kann.“

Selbst ei­ne lan­ge Ehe ga­ran­tiert nicht im­mer ei­ne dau­ern­de Be­zie­hung, von ei­ner le­bens­lan­gen Lie­be ganz zu schwei­gen, oft wird sie nicht erst durch den Tod ge­schie­den. Laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt hat sich die Zahl der Tren­nun­gen in sol­chen Ehen in den letz­ten Jahr­zehn­ten mehr als ver­dop­pelt. An­ders als der im Ro­man kol­por­tier­te Witz, das Le­ben als Paar be­gin­ne erst, wenn die Kin­der fort und der Hund tot sind, füh­ren ge­nau die­se Ver­än­de­run­gen oft zum En­de ei­ner Be­zie­hung.

Auch die Ehe in Ste­phan Tho­mes neu­em Ro­man Ge­gen­spiel“ scheint ge­fähr­det. Das Paar, Hart­mut, an die 60, Phi­lo­so­phie­pro­fes­sor in Bonn, und sei­ne Frau Ma­ria le­ben seit ei­nem Jahr in ver­schie­de­nen Städ­ten. Ma­ria übt in „Ma­ria will kein Pup­pen­heim“ wei­ter­le­sen