Tschick und Maik auf Lada-Tour

Skurrile Abenteuer zweier Jungs in Wolfgang Herrndorfs neuem Roman „Tschick

Dies ist ein gutes Buch, ein unterhaltsames Buch, flott und amüsant, an manchen Stellen nachdenklich. Ein Buch für Jugendliche, welche den ewigen Vampirschmonzes leid sind. Ein Buch eben nicht nur für Mädchen, sondern auch für Jungs. Denn um diese geht es.

Genauer, um zwei Vierzehnjährige, die im wirklich nicht leichten Zustand der Pubertät ihre Identitätssuche bewältigen. Beide sind Außenseiter. Aus unterschiedlichen Gründen sind sie weder in ihrer Klasse noch in einer Clique integriert und besitzen auch keinen stabilen familiären Rückhalt. Sie kämpfen mit den Leiden der unerwiderten ersten Liebe, trinken sich die Schule schön und wollen nie so werden wie ihre Eltern. Sie glauben, anders zu sein als alle anderen, und dies führt sie in den großen Ferien schließlich zueinander.

Der passive Maik, der Haus, Swimmingpool, Tiefkühltruhe und vor allem sich „Tschick und Maik auf Lada-Tour“ weiterlesen

Man hört nur mit den Ohren gut

Tausendundeine birmanische Erbaulichkeit serviert von Jan-Philipp Sendker — Literaturkreis 2/2011

Ich dachte ja schon alles hinter mir zu haben seit den einst im Französischunterricht zwangsweise verordneten Weisheiten eines gewissen kleinen Prinzen und den Naivitäten eines bezopften Bestselleresoterikers. Aber, so würden mir die Adepten dieser Verkünder zurufen, die Prüfungen hören niemals auf! Folglich erwartete mich im aktuellen Buch unseres Literaturkreises eine neue Herausforderung. „Das Herzenhören“, dieser Titel klang in meinen Ohren bereits verdächtig rührselig, auch das hellblau apricotfarbene, eine gewisse Süßlichkeit ausstrahlende Cover und der aliterarische Goldmann-Verlag trugen nicht gerade erheblich zur Zuversicht bei.

Der Klappentext kündigt eine Geschichte voller Wunder und Weisheiten an, die Suche nach der Vergangenheit des Vaters und dem Geheimnis der ewigen Liebe. Dieses Geheimnis trägt als Spannungsbogen die gesamte Handlung.

Ein älterer Mann birmanischer Herkunft verschwindet aus seiner gesicherten „Man hört nur mit den Ohren gut“ weiterlesen