Atalantes Historien

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Archiv für den ‘Balbec’ Tag

Proust — Die Pandorabüchse des Grandhotels

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Kur­ge­sell­schaft

Unser Held, der jugend­li­che Mar­cel, ver­bringt zum ers­ten Mal seine Zeit in einem Grand­ho­tel und beschert uns mit sei­nen Beob­ach­tun­gen eine amü­sante Ana­lyse der Freu­den und Nöte des dor­ti­gen gesell­schaft­li­chen Geran­gels. Nichts scheint schwie­ri­ger als in der ver­meint­lich ver­ein­heit­li­chen­den Atmo­sphäre einer gemein­sa­men Bade­kur die gesell­schaft­li­chen Schran­ken aufrechtzuerhalten.

Die­ser Schwie­rig­keit, allen „comme il faut“ gerecht zu wer­den, sieht sich auch der Direk­tor des Grand-Hôtel de la Plage in Bal­bec aus­ge­setzt. Das Äußere die­ses Herrn erin­nert an eine lebens­ge­gerbte Pagode im Smo­king, aber sein psy­cho­lo­gi­sches Gespür täuscht ihn manch­mal. Nicht immer erkennt er, wer die aus­rei­chende Finanz­stärke eines wür­di­gen Gas­tes aus­strahlt. Meist sind das Auf­tre­ten, ein exklu­si­ves Äuße­res, aber auch die „gewähl­ten, aber falsch ange­brach­ten“ Rede­wen­dun­gen deut­li­che Indi­zien. Doch ob Bour­geois wei­ter­le­sen »

Geschrieben von Atalante

1. April 2011 um 12:27

Proust — Strandmaenaden

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Bal­bec

Wind­böen über fla­chen Strän­den, deren Enden wie der Hori­zont in unend­li­cher Weite zu lie­gen schei­nen. Mit Wel­len und zahl­lo­sen Vari­an­ten von Blau macht das Meer auf sich auf­merk­sam, des­sen Gicht die Luft feucht und sal­zig macht. Beson­ders gut für den asth­ma­kran­ken Jun­gen, der in Beglei­tung  sei­ner Groß­mut­ter, diese Brise nun etli­che Wochen atmen wird. Fern von Maman, fern von lie­ben Gewohn­hei­ten, fern von der hei­mat­li­chen Idylle und dem Schutz des eige­nen Zim­mers, sieht sich der junge Erzäh­ler einer frem­den, unbe­kann­ten Umge­bung aus­ge­setzt. Er muss sich erst ein­mal gewöh­nen, an das kahle Zim­mer, an die Riten des Hotel­l­e­bens, an die Gesell­schaft ande­rer Men­schen, die zugleich erstre­bens­wert wie uner­reich­bar erscheint. Mar­cel nähert sich durch Beob­ach­tung. Er sieht Grup­pen von jun­gen Men­schen, im glei­chen Alter wie er aber doch gänz­lich anders in ihrem Ver­hal­ten. Nicht der Obhut einer Groß­mut­ter son­dern sich selbst über­las­sen ver­gnü­gen sie sich ganz präch­tig. Alleine ihr Auf­tre­ten mit Ten­nis– oder Golf­schlä­ger, auf dem Fahr­rad oder gar auf dem wei­ter­le­sen »

Geschrieben von Atalante

26. März 2011 um 18:16

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Proust — Sehnsuchtsorte

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Bal­bec, Vene­dig, Flo­renz, Champs-Élysées, Bois de Bou­lo­gne — (Bd. 1, 3)

An stür­mi­schen Tagen befällt den jun­gen Mar­cel Fern­weh nach Bal­bec, einem Küs­ten­ort in der Nor­man­die, der in aller her­auf­be­schwo­re­nen Phan­ta­sie bizar­rer erscheint als er sich in Wirk­lich­keit erwei­sen sollte. Ein Phä­no­men, wel­ches er auch beim Klang der ita­lie­ni­schen Städ­te­na­men Vene­dig und Flo­renz emp­fin­det. Die Erwar­tung stellt ihm diese Orte „schö­ner und anders dar, als nor­man­ni­sche oder tos­ka­ni­sche Städte es in Wirk­lich­keit sein kön­nen“. Mit der Lek­türe von Kunst– und Rei­se­füh­rern taucht er ein in diese Welt fern der Rea­li­tät. „Selbst unter einem ganz rea­len Gesichts­punkt neh­men die Gegen­den, nach denen wir uns seh­nen, in jedem Augen­blick unse­res wirk­li­chen Lebens sehr viel mehr Raum ein als das Land, in dem wir uns befinden.“ Doch seine Krank­heit ver­hin­dert die Reise.

Anstatt ita­lie­ni­scher Renais­sance­bau­ten muss er mit den Gar­ten­an­la­gen der Champs-Élysées vor­lieb neh­men. Es scheint ihm uner­träg­lich. Man könnte in Erin­ne­rung an bereits wei­ter­le­sen »

Geschrieben von Atalante

19. August 2010 um 1:07